Übung für das Wunderbare

Übung für das Wunderbare

 

 

Der dunkelrote Saft einer Brombeere spritze mir windschnittig ins Gesicht.
Nah eines Baumes stand der Grillmaster: Brunhilde mit einer Taschenlampe im Mund und garte Potatoes und Tomaten. Da standen wir nun auf einem Stückchen Wiese im Dunkeln. Als endlich der Grill feuerte, war es bereit zehn. Zwischendurch katapultierten sich die Sterne nach oben. Ich konzentrierte mich in meinem knautschigen Pullover auf meine Beere.  Der schwarze Himmel mit seinen Lichttupfern gab ganz schön an.
„Ahhhh, schnell noch genießen. Wie unglaublich klein wir doch sind angesichts so unvorstellbarer Dinge wie Spiralgalaxien, elliptischer Galaxien und irregulärer Galaxien“, sagte ich und staunte dabei in den Himmel.

„Ach Martina, dass etwas existiert ist ein ebensolches Wunder, wie dass alles andere existiert. Nimm die Beere, in die du gerade genüsslich beißt. Sie gehört zu den ältesten Arzneimitteln in Europa und Vorderasien. In Holland und Frankreich sind sie heute noch offizielle Heilpflanzen. Im Krieg sammelten wir die Blätter als Ersatz für Schwarztee für Altersheime. Und wir taten damit etwas ausgesprochen Gutes, ohne uns dessen bewusst zu sein. Der Sud ist ausgezeichnet gegen vielerlei Entzündungen – des Zahnfleisches, der Darmschleimhaut.  Seit Altertum ist sie uns Menschen als Heilpflanze bekannt. Botanisch gesehen ist dein kleiner Waldpionier übrigens keine Beere, sondern eine Steinfrucht. Sie hat große Reinigungskraft, innerlich wie äußerlich, deshalb galten sie von jeher überall dort, wo die Medizin eine sehr alte Tradition hat – in China, Indien, in den arabischen Ländern und im Mittelmeerraum – gleichermaßen als Heil-und Nahrungsmittel.  In ihr stecken Phenolsäuren, die potente Viren-und Krebskiller sind. Bei der Brombeere steckt vor allem die  Ellagsäure- auch eine Phenolsäure. Sie bildet gute Phase-II-Enzyme, die im frühen Stadium eine Entwicklung – zum Beispiel im Darm – Krebs hemmen. Sogar in schonend zubereiteter Marmelade findet sich noch Ellagsäure! Sie wird nur noch von Wallnüssen übertrumpft. Ihre Flavone haben gefäßabdichtende Wirkung. Das reichliche Kalium entwässert, der überdurchschnittliche Kalziumgehalt festigt die Knochen und ist wichtig für die Reizleitungen von Herz und Nerven. Also auch noch günstig bei hohem Blutdruck. Seit 2000 Jahren eine bewährte Medizin bei Heiserkeit, Husten und Halsweh, auch bei Durchfall. Und Brombeeren- und Himbeerenblätter sind ebenso ein gutes Mittel bei unreiner Gesichtshaut“, erklärte mir Brunhilde.
Wacklige Wörter kamen mir über die Lippen. „Ahh. Ich sehe…“ Mein Herz kullerte durch meine Brust. Das Gras piekste. Brunhilde verblüffte mich mal wieder. Ich stopfte mir die nächste Energiekugel mit großer Wirkung in den Mund und genoss die Frucht voller Süße. Dankbar bewusst, dass sie unserer Gesundheit sehr guttut.
„Schön, wenn scheinbar Alltägliches auf diese Weise in ein völlig anderes Blickfeld gelangt. Das ist ganz und gar eine gute Übung. Wir wählen etwas aus unserem Erfahrungsfeld, materielle Gegenstände oder auch Geräusche, Körperempfindungen, Gedanken und anderes  – betrachten, was auch immer –  auch Menschen, die unser Leben kreuzten und denken darüber nach, was alles geschehen musste, damit dieser Gegenstand sich so, wie er ist, in diesem Moment an diesem Ort befinden kann. Ja, auch was alles geschehen musste, damit wir auf einen bestimmten Menschen treffen sollten, treffen durften. Was alles geschehen musste, damit wir als Mensch, so wie wir sind, Form annehmen konnten bis in den gegenwärtigen Augenblick. Was alles geschehen musste für diesen Augenblick, wo wir zusammenkommen konnten.

„ Zurück bis zum Urknall?“ Brunhilde lachte.
„Und wieder zurück. Genau – und während des Prozesses achten wir immer schön auf unsere Gefühle.“
„Warum sollte ich mich auf so einen Weg begeben?, fragte Brunhilde.
„Na, wenn du wahrnimmst, was in deiner Gefühlswelt, in deinem Körper, in deinem Verstand abläuft, hast du mehr davon, als wenn du nicht wahrnimmst. Inhaltlich wird man vielleicht intensive Energie stoßen. Dankbarkeit verspüren für Dinge, für das Wunder Leben. Begegnungen, die ins Blickfeld rücken. Spüren können, wie alles, was vom Universum kommt, ein wunderbares Geschenk ist. Ein Gefühl von Energie in meinen Händen halten, dass ich uneingeschränkt genießen kann. Egal, was auch immer an Gefühlen, Emotionen dabei hochkommen mögen. Du könntest ja auch mal deiner Angst nachspüren. Bis auf den Urgrund in sie hineinentspannen? Vielleicht kann man sich dann, wenn man schon traurig ist, mit Begeisterung in die Traurigkeit begeben, und so weiter. Das sind doch gute Gründe für diese Übung“, sagte ich, völlig begeistert von der Idee. Ich erzählte Brunhilde von einem Stein in meinem Leben. „Erst kürzlich bekam ich von einer wunderbaren Menschin einen der schönsten Steine geschenkt, eigens für mich ausgesucht. Hätte ich unter vielen Steinen auswählen sollen, wäre es hundertprozentig jener Stein gewesen. Zweifelsohne kein anderer Stein.  Unsere Wege kreuzten sich auf höchst wundersame Weise. Wirklich wundersam? Oder  vielmehr ein Resultat von Verschränkungen im Feld der Quanten? Oder das Resultat einer ununterbrochenen Kette von Ursache-Wirkung? In jedem Fall ein wertvolles Geschenk in meinem Leben, zweifelsohne. Immer, wirklich immer,  wenn ich diesen Stein in meiner Hand halte, denke ich darüber nach, woher kommt dieser Stein. Welches Wissen trägt er wohl in sich? Was halte ich in meinen Händen? Was musste alles geschehen, damit dieser Stein, so, wie er ist, in diesem Moment,  in meinen Händen liegt? “

Sich öffnen für die Glückseligkeit über das Wunder aller Existenz….
Spüren und wissen, dass ALLES, was wir brauchen, zum richtigen Zeitpunkt in unser Leben kommt.

Dankbarkeit spüren…

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