Da, wo Du bist.

Da,wo Du bist.

„Na, gehörste auch zu den Kindern, die mit den Neurosen ihrer Eltern beschäftigt wurden?“, fragte ich sie. Es dauerte einen Moment bis Brunhildchen reagierte.
„Wie bitte?“, entgegnete sie verwundert.
„Na, musstest du dich in deiner Kindheit auf die Neurosen deiner Eltern einstellen? Von deren Zuwendung bist du und sind alle Kinder dieser Welt auf Leben und Tod abhängig.Wenn das Zeigen von Emotionen wie Liebe, Freude, Angst oder Wut die Eltern oder andere Bezugspersonen in Konflikt mit ihren eigenen Neurosen bringt und sie abwehrend reagieren, muss dies den Kindern oft sehr bedrohlich erscheinen. Wir verdrängen. Und das ist zunächst einmal von Vorteil, gerät das Kind dadurch nicht mehr so oft in Konflikt mit seiner Umgebung. Im späteren Leben wird es für jene Betroffenen zu einer Schwächung“, erklärte ich.
Brunhildchen hakt nach: „Um die Bedrohung zu vermeiden, drücken Kinder also bestimmte Emotionen nicht aus. Sie unterdrücken?“
„Ja, genau und das Schlimme ist, als Erwachsener erinnern sie sich nicht mal, erinnern wir uns nicht mal mehr an jene erlebten Konflikte. Verdrängung eben. Zur Verfügung haben Kleinkinder nur noch die Emotionen, die sie nicht in Konflikt bringen mit überforderten Eltern oder anderen aus ihrer Umgebung.“
„Seelenleben verbogen“,
„In der Tat. Verklemmungen. Frühkindliche Abspaltungen.  Wer als Kind stetig Verhalten vermeidet, um Konflikten aus dem Weg zu gehen, wird im Erwachsenenleben vieles sinnvolle Handeln unmöglich werden lassen. Denn für die Emotionen, jenen Umgang mit den eigenen Emotionen bleibt ein ganzes Leben lang – so sagt  die Transaktionsanalyse – der Persönlichkeitsanteil des  „Kind-Ichs zuständig. Das „Kind-Ich“ ermöglicht, dass wir Glück und Liebe empfinden können- oder eben nicht. Wir kommen nicht daran vorbei, unsere Emotionen zu nutzen, wenn wir es uns besser gehen lassen wollen. Nicht Gold und Edelsteine, nicht der ‚kühle Kopf‘, die Emotionen bringen uns das Glück, das besser leben können in unsere Welt. Dazu müssen wir uns auf die Ebene des Kind-Ichs einlassen. Nun gibt es ja  immer noch scheinbar ach so kluge Menschen, die behaupten, sie hätten sich und ihr Leben voll im Griff, die alles rational, kopfgesteuert kontrollierend in den Kühlschrank reden,  anderen hierzu noch ihre vernunftsgesteuerten Benimmregeln aufoktroyieren mögen, weil ihnen Emotionen unverändert bedrohlich erscheinen. Letzlich wollen sie sich nicht auf die Ebene ihres Kind-Ichs einlassen. Andreas Gruner meint dazu: “ Genau so gut könnten Sie sich wünschen, unter Wasser zweistimmig singen zu können. (Amerkung: wir begegneten uns gestern an einer der schönsten Plätze am Rhein,Andreas Gruner, http://www.erfolge-glueck.de/emotionen.html )
Das Zulassen von Glück scheint ihnen fremd. möchte man meinen. Glück, Erfolg, Spaß und Freude riskieren. Willst du das wirklich, Brunhildchen?“
Sie hätte mich am liebsten gehackt, aber sie sah mit dem rechten Auge einen Mann am Rand des Weges stehen.  Ich stand wie angenagelt vor ihr. Sie musterte  mich einäugig. Ich ging ein paar platschernde Schritte in meinen Gummistiefeln.
„Komisch, vorhin dachte ich schon, irgendwie erinnerst du mich an einen Vogel – jetzt weiß ich – an eine Ente“, sagte Brunhilde. “ Na, macht nichts, auf, auf. Nur Mut.“
“ Es sei dir und allen anderen mitgeteilt, wirklich rational ist eine Entscheidung nur, wenn auch ihre emotionalen Gesichtspunkte mit berücksichtigt werden.“ Entkomme  den irren Rationalen, die dich samt deiner Emotionen – sehenden Auges – eiskalt gegen die Wand fahren lassen mögen. Im Klartext:  ‚Soziale Emotionsintegrationsleistungen‚ (AndreasGruner) sind zu lernen. Auf Fachidiotisch nennt man das Üben mit Nähe Bonding-Psychotherapie. Na, wie klingt das?“frage ich Brunhilde.
Mitten in mein rhetorisches Inferno hinein platzte es aus ihr heraus: „Dein Ex- 10-fach-Lügner war das nicht so einer? Vielleicht sollten wir mal einen Pferdehof besuchen. Pferde fördern ja angeblich die soziale Intelligenz“

kluges Maedchen2Ich reisse mich zusammen. „Ps-sst, Brunhilde, das wäre ihm jetzt viel zu ordinär. Und lenke ja nicht ab! Seine Lügen in alle nur denkbar menschlichen Richtungen hatten seiner Meinung nach immerhin Stil. ES ging fürchterlich daneben, meinte er erst kürzlich am Telefon zu mir. Berlin Call. Er inmitten des Holocaust-Denkmals stehend, tief in einer Emotion steckend, platzt er völlig unerwartet back into my life. Der Empfang sei dort besser. Nach eineinhalb Stunden Aufbauarbeit und Zuhören glühte mein Ohr. Er tischte mir die nächste Lüge auf“, seufzte ich.
„Wie stilvoll!“, sagte sie.
„Ja, und mit den Emotionen will er noch immer nichts zu tun haben.  Ja, ja, es gibt nicht nur Liebe im Herzen. Dort lagern auch ein paar mächtige Kräfte, die nur ja schön schützen sollen. Und auch die Kraft, die uns Wut verleiht, die Flügel, die uns die Angst schenkt.“
„Lieber einen Teil vom Selbst verdrängen, statt  seinen Emotionen Raum zu geben. Vermutlich kommt man auch so ganz gut durch`s Leben…Jede Neurose ist ein guter Grund zur Hoffnung“, sagte sie und grinste.
„Wie meinst DU das denn bitte schon wieder?“, frage ich.

 

ich kann
„Na, plötzlich bist DU es nicht mehr. So reden sie doch alle: Er ist halt so. Sie ist halt so. Nicht ihr Verhalten ist es, dass man sehr wohl zu ändern vermag. Nein sie nageln dich als Person fest.  Nun bist du es nicht mehr, sondern es ist  deine neurotische Wahrnehmung. Die kannst du zum Glück ändern.Wir können Verdrängung überwinden.  Es gibt Möglichkeiten, Neues zu erobern. Also hoffe, dass du sehr neurotisch
bist. “

Zum Lachen war mir gerade nicht. „Na jedenfalls…für Kinder ist die Erfahrung der Annahme entscheidend. Jene Erfahrungen müssen nachgeholt werden. Lang gesichertes Wissen, nichts Neues! Neu ist womöglich die Erfahrung, nicht alleine gelassen zu werden oder abgelehnt zu werden mit seinen Emotionen, selbst wenn wir vielleicht weinen oder schreien. Übungen mit Nähe – bonden. Zentral ist hierbei die Erfahrung, angenommen zu werden, auch wenn wir Emotionen ausdrücken, für die wir früher alleine gelassen wurden.  Nähe, wie  kleine Kinder sie brauchen und nur allzu oft brauchen würden. Abwehr aufgeben.“

„Was das betrifft sind wir wohl alle Experten im Überleben von Mangel geworden!“, sagte sie.
„Ja! Verdrängung schneidet dich zu deinen Möglichkeiten ab, die in dir schlummern und wir müssen Nähe auch körperlich spüren, um uns angenommen zu fühlen, um gesünder zu handeln, um Abwehr aufgeben zu können.  Gerade in den Momenten, in denen ich es dir am schwersten mache, mich zu lieben, brauche ich deine Liebe am dringendsten, schrieb einst ein weiser Mensch. Wie wahr!“

Ja sagen, zum Glück und nicht weniger!  Ich kann. Du auch! Da, wo du bist! Gerade jetzt. Hier. Wenn du denkst: „Ich kann das nicht, dann lies Epheser 1, 18-19,
und denk` daran:
Ich kann!
Wenn du nicht an deine eigene Macht glaubst, wird sie auch nicht in dir freigesetzt.

Ich bin Liebe.
Ich bin die, die Ich bin.
Ich danke für die Liebe und das Licht, welche mir zuteil wird.

So ist es.

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5 Kommentare zu “Da, wo Du bist.

  1. delimayonis sagt:

    wo bin ich denn???

  2. Anonymous sagt:

    finde ich gut, obwohl ich dich nicht so gerne hätte…!!!????

    • martinakunze sagt:

      Das ist auch gut so! Du brauchst mich nicht! Und….Ich habe mich auch nicht wirklich „angeboten“…Ich stehe nicht zur Verfügung. 🙂
      Metaebene …over the …drüber denken..nicht alles fliegt direkt auf einen zu. Ego ablegen…*lach.

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