Eigentlich müsste ich mal ausatmen

Eigentlich müsste ich mal ausatmen

„Mach doch schnell noch eine Meditation mit einem alten Buchsbaum“, sagt Brunhilde.
Ich griff zu einer Mandel. Nervenfutter. Brunhildchen beäugt mich mit strengen Augen. „Wegzehrung“, meine ich und schaue wie ein vom Donner gerührtes Eichhörnchen. „Steckt  immer in der Tasche. Balsam für die Seele. Schutz gegen böse Geister.“
„Menschen, denen Zweifel im Herzen nagen, die gegen Ängste und Sorgen in der täglichen Arena des Überlebenskampfes antreten müssen, überwinden durch  Bezug zu einem Buchsbaum ihre Krisen leichter.
„Buchsbäume?“ frage ich verwundert.
„Ja, Buchsbäume. Es gibt Exemplare in Klostergärten, die man schon fast fünfhundert Jahre schätzt. In seiner Nähe fühlt man sich wohl. Sein Öl lindert Migräneschmerzen und mildert leidige Ekzeme.“
„Hier ist aber gerade kein Buchsbaum in der Nähe“, bemerke ich. Da dung. Da dung. Da dung. Mein Herz klopft im Gleichtakt. Ich benötige jetzt keinen Buchsbaum, sonst wäre er ja auch da.

“ Das Volk Israel stand auch vor den tobenden Wellen des Roten Meeres und hinter ihnen lag weiteres Chaos und, was sagte Gott zu ihnen?“
„Warum bist du eigentlich kein altes, gebrechliches Mütterlein? Wieso redest du immer so siebengescheit daher? Hefte  deine Gescheitheiten doch an deine eigenen vier Seelenwände.  Meine liebe Pfarrerin Brunhilde, er, Gott sagte: Bewahre deinen Frieden.  Und sie, Göttin hätte vermutlich auch nichts anderes gesagt. . Alles existiert nur durch den Dualismus. Wer Gott sagt, muss auch Göttin sagen.  Die theologische Auslegung hierzu ist von Herzen willkommen. Vermutlich bist du  vom bischöflichen Ordinat an meine Seite strafversetzt worden, liebe graue Eminenz! Deine Katharsis führt durch mein Leben.“

Ihre Augen suchen meine rollenden Augen. „Einige Leute müssen heute das Loslassen lernen. Unser Ego scheint zu genießen, wenn es uns immer wieder zu Fall bringt. Und jeder ist mit seinem Ego identifiziert. Er hält sich sogar für sein Ego.

brunhildchenEs wäre um uns viel besser bestellt, wenn wir verstünden, wie man sich und andere zu lesen hat, den Naturgesetzen gemäß, und wie wir unsere Talente zu gebrauchen haben, um uns den Weg des Lebens zu sichern, anstatt dass wir so viel Durcheinander reden und schaffen in diesem Gedankengewirr“, sagt sie.

„Ich komme aus Lemuria, ich bin nicht wie ihr“, versuchte ich Brunhildchen zu vermitteln. “ Hmm, bewahre deinen Frieden. Konfuzius sagte es  in ähnlicher Weise: In fließendem Wasser kann man sein eigenes Bild nicht sehen, wohl aber in ruhendem Wasser. Nur was selber ruhig bleibt, kann zur Ruhestätte all dessen werden, was Ruhe sucht. (Konf.II)“

„Wir brauchen  nur aufzuhören, immer wieder die alten Ideen aufzutischen. Das wird, sobald wir lernen, von Tag zu Tag, uns mehr zu entspannen und uns unseren innewohnenden Gedanken und Gefühlen hingeben. Hinsetzen. Zur Ruhe kommen. Bestenfalls begreifen, wo es um die innersten Dinge geht, hilft Denken nicht weiter.  Wissen, wann wir unseren Teil getan haben. Wir sitzen nicht, wenn wir uns Sorgen machen. Wir sitzen nicht, wenn wir uns und andere ändern wollen.“

Die Städte gehen im Verkehr unter. Das Ohr leidet unter Lärm. Die Nase ist gereizt. Die Augen geblendet von den vielen Lichtern und Farben. Die Schornsteine qualmen den Himmel grau.

Lass das Lichte, das Positive in dir aufleben. Lass es Tag für Tag wachsen und größer und größer werden. Schaffe dir ein neues Energiefeld um dich, das offenere Seelen anzieht, die bereits weiter auf dem Weg zum inneren Frieden sind.  Komm in Kontakt mit der inneren Ordnung. Erkenne und erfahre, in die ist eine Quelle tiefster Ruhe. Das ändert alles – und wird auf Dauer auch deine Außenwelt verwandeln. Dies ist die Macht des Friedens. Dies ist die Kraft der Ruhe. Shanti.“

Welche Armee sitzt dir heute im Nacken?

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3 Kommentare zu “Eigentlich müsste ich mal ausatmen

  1. Anonymous sagt:

    eine umarmung für die autorin und gute wünsche

    • martinakunze sagt:
        Danke. Lieb..Sehr! Ich umarme zurück – nur wen umarme ich hier? Anonym…ich umarme gerne
        noch einmal. 🙂 Herzlich. Auch für den vorherigen Kommentar Erde. Himmel. Bäume, die beides miteinander verbinden.
        Die „Autorin“ lacht und freut sich.

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