So oft wie nötig

So oft wie nötig

Vielfalt, die uns umgibt. SMS am frühen Morgen, am Mittag, am Abend, zur Guten Nacht.  Foto: Kunze

„AFD! Hörst du! AFD.“, brüllt Brunhilde in ihren Telefonhörer. Dieser Aufruf gilt mir.
Die Telefonleitung steht. Lautkulisse auf Höchststufe. Meine Ohrmembran zuckt im Rhythmus ihrer Worte nach. A F D? Zähnefletschend brülle ich zurück: „Was ist denn bitteschön AFD? “ So jetzt aber das Ganze noch einmal.
„AFD!“
„Hä? Was willst du mir sagen? A? Wie. Sag noch einmal. “
„A F D. Alternative für Deutschland, die wähl`ste. Hör`ste! Die sind alle intelligent. Siehste doch, die Medien berichten nicht mal über sie. Die tun so, als existieren die nicht. Haben se schon wieder Angst vor. Wenn es nach mir ginge, würde ich ja am liebsten die PDU wählen“, zischelt meine 80-jährige Freundin. Vom rechten Engels-Flügel bis zum großen linken Zeh, mein kluger Menschenverstand, genannt der fliegende Adler, wurde in den Urlaub verbannt. Wovon redet sie nur? Brunhilde, ähm, sollen wir über Kammermusik philosophieren? Ich kann dir nicht mehr folgen. Was ist jetzt bitte PDU?
„PDU? Na, PDU ist die Partei der Unzufriedenen.
„Aha. PDU“, sage ich still in mich hinein.
„ Die würde ich wählen, aber die gibt es noch nicht. Aber die müsste es geben. Gibt ja schon mehr Unzufriedene als gewillte Wahlgänger. Und nicht wählen, ist doch nun wirklich schlimm!“, sagte sie und gießt sich mit zittrigen Händen ein Schluck Herzwein in ein ganzes Glas. Gedanklich setze ich Brunhilde ein Krönchen auf. Genial. So ist sie. Diese Frau ist aus meinem täglichen Lebensritual nicht mehr wegzudenken.

 

baby

Danke an menschenraum

Wir verlieben uns, so oft wie nötig. Wir missverstehen die vielen Stimmen der Wahrheit so lange, bis wir Stimmen der Vielfalt wahrnehmen. Wir erleiden Schmerzen so oft, bis wir gelernt haben, zu zerbrechen und zu heilen. Wir lernen, zu fallen, wir lernen wieder aufzustehen, wir lernen mit unserem Nicht-Mögen genaus so umzugehen, wie mit unserem Gehen, immer wieder, bis wir lernen, was wir über Akzeptanz und Demut verstehen müssen.

Es gibt kein vorgegebenes Tempo für inneres Lernen. Was wir lernen müssen, kommt dann, wenn wir es brauchen. Egal, wie oft wir wieder von vorne anfangen müssen, egal wie oft wir dieselbe Lektion vorgesetzt bekommen. Ich glaube nicht an den Satz: Fehler machen, ist in Ordnung. Aber ihn zweimal zu machen, ist dumm.  Wir verlieben uns, so oft wie nötig. Immer und immer wieder, bis wir lernen, was wir verstehen müssen.  Anderen zu vertrauen, und nicht mehr Verrat an dir selbst ausüben. Die Art, wie wir andere immer wieder verletzen.  Lektionen lernen, die uns dieses immer wiederkehrende Stück Leben beibringen.

Was gilt es überhaupt zu lernen? Der erst entscheidende Schritt besteht darin, dass wir überhaupt spüren, dass unser Herz verschlossen ist.  Dann folgen lehrreiche Erlebnisse. Sie bestehen darin, dass wir alles, aber wirklich alles, was wir erleben, als einen Schritt auf der Suche nach dem Schlüssel unseres Herzens ansehen.
Das heißt, Freud und Leid annehmen. Das heißt, Verstehen mit dem Verstand und spüren mit dem Herzen. Das heißt, Widersprüche  zwischen den beiden aushalten. Das Paradoxe ist häufig die Logik des Herzens.

Ein-Sichten helfen dem Herzen. Es kann dann offenbleiben oder sich noch weiter öffnen.
Und was müssen wir erkennen?

Das es eine schöpferische Kraft gibt, die uns liebt. Und dass sich diese Liebe in allem ausdrückt, was uns begegnet.
Dieses Wissen macht das Herz weit.

 

 

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Ein Kommentar zu “So oft wie nötig

  1. Andrea sagt:

    Viel zuOFT werden wir am TAG(e)über mit DINGE(n)konfrontiert….das WIR gar in keinster WEISE WÜNSCHEN…..doch aufgepasst…haben WIR es UNS vielleicht NICHT unbewußt diese DINGE gewünscht…..das ist die FRAGE das heraus–zu–finden oder MARTINA….da werde ich mich doch mal glatt an deine BRUNHILDE wenden….sag BRUNHILDE…wie ist das mit dem WÜNSCHEN……heyyyy……BRUNHILDE kann JA antWORT(en)……tja das ist so….mit deinem WÜNSCHEN…..WÜNSCHE genau….sonst bekommst DU das gewünscht was DU gar in keinster WEISE haben wolltest…doch das ist in keinster WEISE genug damit……du FEHLER sind dazu da um zu lernen……und wenn DU in deinem LEBEN ORDNUNG halten willst…solltest du erstmal deine SCHUBALDEN und SCHRÄNKE ausMISTen….was DU in keinster WEISE me(e)hr benötigst……dann bekommst du KLARHEIT das sich wiederrum auf dein UmFELD überträgt…..dann wenn du das getan hast …öffnet sich dir eine weitere TÜRE……du wirst vorbereitet ……..auf ein NEUES LEBEN mit ORDNUNG……..so wirst DU in ORDNUNG sein……und eine NEUE WELT–ORDNUNG vorfinden mit dem DU noch in keinster WEISE in deinen KÜNSTEN TRÄUME(n)zu träumen gewagt hast……DU bist in ORDNUNG so wie DU bist……ORDNUNG halten ist auch das halbe LEBEN…so ordne dich NEU….gehe NEUE WEGE…..der ORDNUNGhalber…..halbiere deine ORDNUNG……und bringe deine LEBEN(s)ORDNUNG zu einem GUTEM ERGEBNIS……erschaffe dich in ALLem NEU…du wirst erstaunt sein…..wie schön es dir dabei geht wenn du dir JEDEN TAG sagen kannst…ICH BIN IN ORDNUNG….so sei es…

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