Hetze Dich nicht.

farben

„Haste makes waste. Waste makes worry. Hast führ zu Verschwendung. Verschwendung führt zu Sorgen. Ich  hetze mich nie und schaffe alles, was ich mir vornehme, Ich könnte in gewisser Weise noch mehr schaffen.  Ich warte bei vielen Dingen lange, bis die Zeit reif ist, und dann erst handle ich. So erreiche ich viel mehr mit weniger Aufwand. Wer sich hetzt ist ungeduldig. Wer ungeduldig ist, kann keine Ruhe aushalten. Ruhe ängstigt ihn. Er lädt sich deshalb das Leben so übervoll, dass er alles nur mit ‚hängender Zunge‘ erledigen kann – und mit Sicherheit nicht zur Ruhe kommt.
Wer so lebt verschwendet viel Zeit und Energie, und vor allem hat er keine Chance, sich zu entwickeln. Deshalb muss er als erstes zur Ruhe kommen. Hast bringt dir nichts anderes ein, als Lärm. Darum gib die Hast auf und wende dich nach innen.“  (Auszug aus der in Kürze erscheinenden Kolumne meiner klugen Freundin)

“ Jetzt geht es aber ans Eingemachte, hurry  up, Martina! 55 vor Christus kam ja Julius Cäsar schneller über das Meer gewatschelt,. Lieblich duftend, wie eine Rose, auf originellen Sandalen und Toga statt Hose. Wir müssen los!“ Önnemarie

Das überraschte mich. „Vergib ihr, denn sie weiß nicht, was sie tut….was schreibst du  in deiner Kolumune von wegen Haste makes waste, wenn du selbst  nicht danach leben magst? Wie ist deine Connection zu deinem Geschriebenen? Was ist deine logique du coeur?“, fragte ich  und umgab mich mit einem Geht-leider nicht-schneller.
„Und was, wenn ich doch weiß, was ich tue und es dennoch tue? Wird mir dann immer noch vergeben?“ Sie taucht in ihr Zimmer auf Nimmerwidersprechend ab, für die nächsten fünf Minuten, türschlagend.  In meiner Hand halte ich eines von Tinte triefenden Schreibblattes. Ich könnte sie zu einer Teigrolle formen…meine kluge Freundin…in schillernde Alufolie einwickeln…außen noch mit ein paar Pinselstrichen Wasser bestreichen, damit sie auch ordentlich ausbackt.  Sieben Minuten bei 200 Grad. Während des Knetens ein gezieltes Gebet, in Verbindung mit meinem spirituellen Bewusstsein, aus meinem Herzen hangeln.  Sie ist Licht. Vergiss es ja nicht. Ich bin Licht. Vergiss es ja nicht. Amen.

Auf nackten Füßen, in einem weißen Wickelgewand gehüllt, kam sie aus ihrem Zimmer geeilt, hechelte  mit blitzenden grünen Augen quer durchs Zimmer, krallte ihre Fingernägel in mein rechtes Knie.  „Komm schon,  unsere tranzendentale Meditation ruft…“

“ Du denkst, es ginge so?…Es war einmal ein kleiner Junge, der liebte Turteltauben. Er bat seine Eltern, bis sie ihm welche schenkten. Er war überglücklich. Bald würden sie brüten. Er dachte, ich werde bald sechs, dann acht, zwölf – eine ganze Taubenkolonie  werde ich haben, die  alle zusammen glücklich leben werden. Er bemerkte nicht, dass er so viel Unruhe stiftete, dass die Tauben nicht brüten konnten und aus den Eiern niemals kleine Tauben schlüpfen würden, weil sie der Unruhe wegen nicht regelmässig gewärmt wurden…Önnemarie, wundere dich nicht, wenn sich in dir überhaupt nichts verändert, auch wenn du täglich meditierst“, sagte ich.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s