Peace of mind

Peace of mind

buddhistischer Umweltschutz in Thailand. Diesen Baum rührt niemand mehr an. Er wird leben, weil Mönche ihn durch das Umbinden unter Schutz stellen. Foto:Kunze

Ich sitze auf dem Dach eines 30 Meter hohen Wohnhauses, direkt am Rand, unangemeldet und ohne Schuhe. Je höher, desto besser. High School auf höchstem Niveau.  Selbstverständlich könnte ich Ihnen jetzt erklären, warum ich von diesem Dach springen möchte. Ich bin ja nicht blöd. Ich kann es erklären, weil es die logische Konsequenz, das Ergebnis einer verzweifelten Suche nach meiner Gabe in mir ist. Die Suche nach der Antwort auf meine Frage, was durch mich zum Ausdruck gebracht werden will. Ich leuchte mit einer kleinen Lampe in die Kuhle meines Schlüsselbeines – ich habe keine Ahnung, was ich sonst tun soll.  Mein Himmel ist schon ganz schwindlig. Lassen Sie es mich so erklären:  Stellen Sie sich vor, Ihnen sagte jemand, du bist jeder, überall. Es gibt nichts außerhalb von dir, die gesamte Welt, alles, was du wahrnimmst, alles, was du erlebst sind lediglich Knospen an dem Baum, der du bist! Völlig einleuchtend. Ich bin aus dem Reich des natürlichen Wachtums der Pflanzen und der Bäume. Ich das scheinbar so kleine Individuum, bin so umfassend, dass es außer mir nichts gibt. Ich bin die Welt im Ganzen. Ich bin der Stamm und die gesamte Welt, die ich wahrnehme, wurde mir aufgepfropft. Das dachte ich mir schon! Diese mir aufgepfropfte Welt seien meine Zweige und meine Knospen. Da ist es doch nur logisch, zu fragen, wo sind dann bitteschön die Wurzeln meiner, unserer aller Existenz? Darauf erhält man von der Quantenphilosophie ebenso eine Antwort: Du bist der Ursprung und der Schöpfer und der Bewahrer des Universums. Die Wurzeln sind der Raum des blanken Nichts jenseits dieser sinnlichen Welt, die alles ermöglicht. Und wie bitteschön stehe ich in Verbindung mit diesem Nichts in jener endlosen Weite? Ich habe ja schon ein paar Zweige und, Knospen schlagen auch immer mal wieder aus. Wer weiß, welche Formen ich mir noch verpassen kann? Auch darauf erhalte ich eine Antwort:  Indem man alles in nichts verwurzelt. Was so viel heißt, wie alles hinter sich lassen, ohne etwas tun zu müssen. Einfach hinuntersinken bis an meine Wurzeln und ich werde mühelos in die Realität hineingeführt, die jenseits davon liegt.

Aha! Ich wage einen winzigen Moment lang einen kurzen Blick über meine Schulter. Ähm. Ich muss mich also gar nicht darum bemühen, meine bislang sinnlich geschaffene Existenz zu leugnen oder ihr gar entsteigen. Im Gegenteil, ich sinke einfach hinunter bis an die Wurzeln, an die Quelle der Erkenntnis, die logischer ist als die Vernunft, bodenständiger als die Erde selbst und so radikal, dass sie seelenruhig alle Vorstellungen auseinandernimmt und nichts übrig lässt. Ich brauche nirgendwo hingehen, sobald ich hier bin, weil jetzt alles in mir ist.

Sie sitzen also plötzlich mit einem ganzen Universum in der Tasche, wissen aber noch immer nicht, was durch Sie zum Ausdruck gebracht werden will. Sie haben noch immer keine Ahnung, was ihre Gabe ist.  Stattdessen entdecken Sie – neben Ufo`s und einem Foto in ihrer Sammlung, auf denen anderes zu sehen ist, also Wesen, die deutlich nicht von dieser gemeinhin angenommenen Welt sind –  dass Sie nur zur Quelle der Erkenntnis im Raum des blanken Nichts hinunterzusinken brauchen und schon werden Sie zum Gestalter Ihrer Welt. So weit die Fernen des Weltraums reichen mögen, ich reiche weiter. Säßen Sie dann nicht auch auf dem Dach eines 30-Meter- Hochhauses? Das ist nicht Geisteskrankheit, auch wenn es Ihnen aus menschlicher Sicht so erscheinen mag. „Dir ist das sicherlich alles klar“, sagte ich zu meiner klugen Freundin. „Du besitzt eine gute Auffassungsgabe, dir entgeht nichts –ich unterbrach mich– oder vielleicht ist ja auch alles anders.“ Sie schüttelte den Kopf.

Ich bin keine typische Alpha-Persönlichkeit. Natürlich muss ich über den Sprung noch ein klein wenig nachdenken. Würden Sie ja sicherlich auch tun, nicht wahr? Werde ich es ertragen können, meine Freunde nicht mehr zu sehen? Treffe ich mich lieber mit jemandem im FirstFlush TeaRoom?  Ich sollte eine Liste der Pro`s und Contra`s auf ein kleines Stück Papier schreiben.

Pro: Ich habe keine älteren Eltern. Ich spiele kein Golf. Die Zeit ist offensichtlich auch nicht das, was sie zu sein scheint. Es gibt nur das ewig gegenwärtige Jetzt. Die gesamte Zeit existiert gleichzeitig. (Jenseits der Quanten, Michael Talbot), ich verliere also nicht wirklich an Zeit.

Contra: meine Zukunft ist nicht in Stein gemeißelt. Alles  ist noch formbar. Vielleicht finde ich ja meine Gabe noch.  Sonne. Meer. Meine Seele stirbt niemals, aber woher weiß ich, welcher Körper mein nächster irdischer Körper sein wird. Verletzungen werden im energetischen Körper abgespeichert. Ich ziehe mir also maßgeblich mit diesem Sprung etwas Unangenehmes in mein Karma, mindestens eine Lunge voller Schuldgefühle. Was, wenn das alles nicht stimmt und ich mich selbst zum Narren mache.

Es gibt keinen Mittelweg, suche ihn erst gar nicht.

Es ist schon eine seltsame Geschichte, die uns von der gängigen Wissenschaft erzählt wird, und die uns nicht nur erzählt wird, sondern die wir auch noch leben sollen. Wir werden in eine sinnliche Welt hineingeboren, damit wir darin eine kurze Zeit lang sinnlos umherirren können. Dann sterben wir in ihr und sie geht ohne uns weiter. Unsere ganze Existenz baute bislang darauf auf, dass wir kleine Selbste inmitten all dessen sind, was wir wahrnehmen, umgeben von einem riesigen Weltall, das von uns getrennt und unabhängig ist. Doch wenn wir  der Quantenphilosophie und ihrer Physik folgen, dann ist die Geschichte vorbei. Energie wird dann nicht zerstört. Wir sind alle Energie und Information. Alles ist dann zu jeder Zeit existent. Dann gibt es keine Leben, die voneinander getrennt sind. Nicht nur der Aufbau unseres gesamten Lebens wird umgekehrt, transponiert mit diesem Blick auf das Leben. Sogar das, was zuvor von oben nach unten gekehrt wurde, wird noch einmal von oben nach unten gekehrt.  Plötzlich werden wir gewahr, dass nicht wir in diese Welt hineingeboren wurden, sondern stattdessen die Welt einfach in uns geboren wurde. Nein, nein, ich bin nicht geisteskrank. Ich bringe hier nur die logische Konsequenz einer Wissenschaft auf den Punkt, die so neu auch gar nicht ist.

Von hier oben auf dem Dach kann ich meine bisherigen Überzeugungen wunderbar fallen lassen.

 Die Wurzeln aller Existenz

Schleife

Es ist der Einklang vieler Elemente in unserem Leben.Wenn diese Dinge im Einklang sind, schaffen sie Raum. Und wenn der Raum erst geschaffen ist, erscheinen die Dinge wie von selbst. Was glauben Sie, was wohl geschieht, wenn Sie Raum für Freude schaffen? Sie erscheint.

Wohin wir auch schauen, wir sind der Ursprung und der Schöpfer des Universums. Alles ist in unserem Inneren, tief in unserem Sein verwurzelt. Die gesamte Welt – alles, was du erlebst oder wahrnimmst – sind lediglich Knospen an dem Baum, der du bist. Nicht, dass es mich störte ein ganzes Universum in mir zu spüren,  aber ich wollte doch bloß wissen, was meine Gabe ist.  Wissen, was durch mich zum Ausdruck gebracht werden will. Jetzt sitze ich hier in 30 Meter Höhe mit einem ganzen Universum in der Hand.  Und ich bin jeder…Ich bin mein Buch, weil ich mich in den Tiefen meines Seins selber schreibe. Alles, was ich wahrnehmen kann, existiert um meinetwillen und nur um meinetwillen.  Na, wenn ich mich selber schreibe, wieso schreibe oder spreche ich mir dann Dinge in mein Leben, die ich gar nicht haben will? Weil ich nicht hellwach und aufmerksam bin. Weil genau diese nicht wollenden Dinge,  die vertraulichsten Zeichen an mich sind, die mich aufwecken sollen und zugleich ein heiliges Memento: Martina, das ist eine Erinnerung an die Arbeit, die du zu tun hast.

Hallo Welt. Irgendjemand zu Hause?

Und dieses hier wollte scheinbar auch unbedingt durch mich zum Ausdruck gebracht werden:

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Auf diesem Foto ist mehr zu sehen, als ich aufnahm. Unter jenem Bambusbaum fand meine ganz persönliche Energiearbeit in Thailand statt. Dort saß ich. Ein sehr bewegender und intensiver Moment in meinem Leben.  Foto: Kunze

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Schaut es Euch bitte in Ruhe an. Auch hier ist mehr zu sehen, als ich eigentlich fotografierte. Foto: Kunze

Carola, das gehört alles für mich zu jenen, von dir angekündigten Wundern. Schöne neue Welt.

Ich sitze noch immer auf dem Dach des Hochhauses. Zu meiner Rechten steht klobig und leidenschaftslos meine kluge Freundin. „Guter Gott, da sind einfach nicht genug Gründe, um zu springen“, erklärt sie mir. „Darüber womöglich noch ein Himmel mit wehmütigem Blau?  Na, das hat dir und mir gerade noch gefehlt. Ich kenne dich, in drei Wochen hältst du ein Referat über den Relativismus und es macht platsch. “  Ich nicke matt.

Welche Eigenschaft müsste in meinem Leben zum Vorschein kommen, damit ich Seelenfrieden (Peace of mind) hätte?

Liebe. Liebe ohne Hintergedanken. Liebe, die nicht auf Verdiensten oder Fehler beruht. Liebe, die uns ergreift, wenn unser Herz offen ist und wir entdecken, dass es keine Grenze zwischen uns gibt. Das wir wirklich Eins sind. Du bist eine Dimension von mir und ich eine von dir, wissend, dass es nur um Liebe geht und um Vergebung. Wir werden alle zu Energielinguisten, verabschieden uns von Worten und Gedanken. Wir ziehen stattdessen Liebe in unser Leben. Wir erklären die Liebe zu unserer Seelensprache und senden sie aus, fügen  unsere Liebe dem schwingenden Universum hinzu. Das liebe Universum schwingt sie an uns zurück.  Menschen ziehen Liebe in ihr Leben, sobald ihnen bewusst ist, dass Liebe das wichtigste ist im Leben. Liebe ist im Überfluss da, wir müssen nur aufhören, so angestrengt danach zu suchen.

Meine kluge Freundin seufzt leise: „Klingt so, als könnte man sie brauchen. Wenn du die Liebe findest, hast du alles gefunden.  Liebe. Es gibt nichts, was Liebe nicht teilen kann. Nichts. Ich vergesse es manchmal. Aber ich vergesse es nie, dass ich es erlebt habe. Und ich weiss, dass ich dorthin zurückgehen kann. Und ich weiss, dass alles, was ich dann hervorbringe, positiv ist. Es schwappt gewissermaßen über.  Solange ich in einem Zustand der Liebe bin, werden mir Wunder geschehen. Und wenn du weisst, dass nur die Liebe wirklich ist, dann ändert das alles. Ich übe keinen Schmerz aus, nicht einmal auf subtilste Weise. Denn das würde das ganze System verletzen und das kommt dann natürlich zu mir zurück.  Was vom Herzen kommt, das ist authentisch. Es ist eine Erfahrung des Fühlens. Du musst es spüren können. Wenn du es spüren kannst, das jemand vom Herzen kommt, dann weisst du, dass du denjenigen mit deinem Herzen hörst.“

Hast du es erst berührt

Das Universum trägt keinen Funken  der Vergeltung in sich, alles, was es besitzt ist Liebe,  ein vereinigtes Feld der Liebe. Seine Güte fliesst über, wenn Liebe lebt.  Weil dieser jetzige Moment alles ist, was es gibt. Dieser Moment. Weil er das einzige ist, was existiert. Es ist ein Geschenk, mit der Person, mit der man gerade zusammen ist, dieser Person seine Liebe zu zeigen.  Liebe. Eine Familie,  in der Verbundenheit und Liebe herrschen. Das Geschenk der Vergebung und des Mitgefühls heilen unsere Herzen.

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„Technologie hat die Welt zu einem Dorf gemacht. Spiritualität wird sie zu einer Familie machen.“ (Sri Ravi Shankar)

Meine kluge Freundin verzog das Gesicht: „Willst du die Welt retten?“

Welche Welt? Von welcher Welt sprichst du? Die Welt, in der es Kriege gibt und Gerüchte über Kriege? Die Welt, in der Menschen Atomwaffen horten? Die Welt, in der Macht und Gier herrschen? Die Welt, in der Neid, Geringschätzung und Vorurteile das Sagen haben? Nein, diese Welt will ich nicht retten.

Sämtliche Geräusche waren aus unserer nächsten Umgebung in 30 Meter Höhe dieses Wohnhauses herausgesaugt worden. Wahrscheinlich brauche ich nicht zu erwähnen, dass ich es nicht gewohnt war, angestarrt zu werden.

Wir sollten dem dienen, was in der Menschheitsgeschichte zu entstehen versucht, was dort irgendwo im Universum schon längst angelegt ist. Und wenn wir fragen, wer wird dieses Entstehen fördern, müssen wir sagen: Wir. Du und Ich.

Wir können wachsen durch unser Bewusstsein, durch unsere Bereitwilligkeit zu wachsen, und zu der Person werden, die wir sein sollen. Nichts kann unsere Entfaltung, unser Glück bestimmen, außer uns selbst. In jedem  Moment bin ich der Mitschöpfer meines Universums. Es gibt nichts Besseres als einen hellen, heiteren Morgen an dem du dir Fragen stellst: Wohin möchte ich meine Aufmerksamkeit lenken?  Wie soll meine Welt aussehen? Du musst bei allem, was du tust so eine Leidenschaft  für die Möglichkeit dessen, was sein könnte an den Tag legen, dass du wirklich verstehst, das Leben ist ein Geschenk und es ist nicht garantiert.

Atme

Es geht nicht um Strategie, um Kampf Macht oder Kontrolle oder darum, es noch angestrengter zu versuchen. Es geht darum, sich in den Prozess hinein zu entspannen, in sich hinein zu gehen und dieser inneren Weisung zu folgen.  Denn was ich denke, was ich da draußen möchte, ist möglicherweise nicht zu meinem eigenen Besten.  Ich muss auf diese innere Weisung hören, selbst wenn sie mich hinbringt, wohin ich gar nicht wollte.  Ich muss damit kooperieren und ich muss das Andere loslassen und sehen, ob ich damit fliessen kann. Und wenn ich das tue, ist es erstaunlich einfach. Wenn nicht, ist es schwer.

Im Grunde geht es auch darum, viele verschiedene Erfahrungen im Leben machen zu können.  Positiv, glücklich, traurig, leidvoll, feierlich.  Das Universum organisiert sich selbst,  es ist ein gigantisches Gehirn oder ein unendlich leistungsstarker Computer, den wir anzapfen können.  Welcher Teil wird gerade gefordert? Welcher Teil wird gerade aufgerufen? Welcher Teil von mir soll gerade mein Bester sein? Wenn ich in einer Situation schwach bin, wie kann diese Situation mir helfen, stark zu sein?

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Folge deinem Herzen. Entdecke deine Gabe. Sei bereit für das größte Abenteuer. Atme.
Schottland Glencoe. Foto: Kunze

Wir können gleich hier und jetzt unser eigenes Leben verändern, indem wir uns verändern. Wir können jeden Moment, jedes Vorkommen, jedes Ereignis unter dem Aspekt betrachten, wie es uns helfen kann, auf irgendeine Weise zu wachsen. Dann entdecken wir, dass wir der Welt so viel mehr zu bieten haben. Du zeigst dich, du machst diese innere Arbeit. Es geht nicht darum wegzugehen und auf einem Felsen zu sitzen, um die Erleuchtung zu bekommen. Man lebt das, man ist das.  Man ist dieser Wandel.

Wir sollten die Person normal nennen, die jeden Morgen mit glänzenden Augen aufsteht und jeden Tag als Geschenk sieht. Die das lebt, was ihr wirklich wichtig ist und die es sich zur Aufgabe macht, darin immer besser zu werden.  Die ein Leben führt, das ein Geschenk an die Welt ist.  Eine Person, die Menschen jeder Überzeugung mit Respekt und Wärme begegnet.  Das sollten wir normal nennen.

          Es stellt die Welt, in der wir leben, auf den Kopf.
Es entkleidet alle Lehren.
Es geht um die Wirklichkeit.
Es geht darum, worauf wir uns gefasst machen müssen.

Bevor ich hier jetzt ein völlige Ohnmacht erlebe, gehe ich doch lieber einen mexikanischen Kaffee trinken und verlasse diesen herrlichen Aussichtsturm aus 30 Meter Höhe.

Wo immer wir sind, wir stehen erst am Anfang.

 

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