Was versucht sich durch mich zum Ausdruck zu bringen?

frautraeume

Wir haben ein recht mechanistisches Weltbild. Mit allem, was dazu nicht passt, darf nicht sein.“ Wir betrachten gewöhnlich nur Materie,weil wir sie sehen, weil wir sie anfassen können. Viel wichtiger sind jedoch die Wechselwirkungen, welche Materie zusammenhalten.“ (Carlo Rubbia, Physik-Nobelpreisträger 1984.)

Seit ich mich erinnern kann, hat  mich die Frage beschäftigt, warum wir Menschen überhaupt hier sind?  Was sollen wir lernen, fern jeglicher Schulrealitäten, wenn wir etwas lernen sollen?  Wozu sollen wir etwas lernen? Was ist unsere Aufgabe hier auf Erden?  Haben wir eine Aufgabe? Als Kind staunte ich in den weiten Himmel über dem Wald neben dem ich aufwuchs, über die Tiere, die ich von einem Hochsitz am Waldesrand beobachtete,  die Natur, in der ich herumtobte und von der ich damals noch ein Teil war. Ich fragte meinen Patenonkel Löcher in seinen Bauch. Wie weit reicht das Universum? Wie viele Welten gibt es noch da oben? Wie groß ist ein Stern und woraus besteht er? Gibt es nur eine Erde?  Wie sind wir Menschen hierher gekommen? Woher kommen unsere Gedanken? Warum träumen wir überhaupt? Was ist ein Naturgesetz und wo kommt es her? Wo ist der Beginn von Gefühlen?  „Lauter Wurzelgemüse-Fragen. Zwei Karotten, bitte“, meinte er. „Danke, bist du so weit?“ Ich war so weit und lauschte.  Ich bekam nicht auf alle meine Fragen Antworten.  So ging ich zur Schule, erschwamm mein goldenes Schwimmzeugnis, machte eine Ausbildung, die meine Eltern für mich vorsahen,  arbeitete viele Jahre in einem Beruf, den ich mir suchte. Ich verließ meinen sicheren Berufshafen, studierte und war am Ende noch ein Stück mehr qualifizierter.  Ich führte mein Leben für eine ganze lange Weile sicher und profitabel fort. Bis der plötzliche und frühe Tod meiner Mutter mir den Boden unter den Füssen wegriss. Ich begriff, innerhalb von wenigen Minuten kann dein Leben eine völlig andere Bedeutung bekommen. Nichts ist selbstverständlich. Ich konnte nicht mehr wählen zu Gunsten des Menschen, der die größte Bedeutung für mich hatte. Das sind Zeiten, in denen man sehr mutig sein muss. Ich warf alles weg, was ich nicht mehr benötigte. Ich lebte danach mehrere Jahre in Südafrika, ein wenig im Norden Luxemburgs inmitten der Ardennen, wirkte im Kosovo und entdeckte weitere Welten. Ich führte Interviews mit weniger und mehr bekannten Persönlichkeiten. Ich arbeitete in einem Radiosender Nächte hindurch. Ich wirkte an der Erstellung von Dokumentarfilmen mit. Ich lernte Zeitungshäuser von innen kennen. Ich hatte alles, was mein Ego begehrte.  Doch irgendetwas nagte weiter an meinem Herzen. Und so erfüllte ich mir einen großen Kindheitstraum und lernte darüber die deutsche Entwicklungszusammenarbeit kennen. Leider war es die unserer Regierung. Nun weiß ich, wovon ich rede und kann darum auch sagen, diese Art von Entwicklungszusammenarbeit mag ich nicht mittragen. Ich wollte den Menschen, die mir vor Ort in meiner täglichen Arbeit im Sudan vertrauten, die 40 Jahre Bürgerkrieg erlebt hatten, noch in ihre Gesichter schauen können. Wunderbare Menschen, beeindruckende Frauen. Es gibt dort niemanden, der nicht Familienangehörige verloren hat in den Jahren der Bürgerkriege. Sie alle erlebten Jahre der Angst, des Hungers und der großen Not und Demütigung. Schon längst in Friedenszeiten war der Tod noch immer alltäglich. Kinder, junge Menschen, ältere und alte, Frauen, Männer, sie starben an Krankheiten, an denen wir hier auf dieser Seite der Welt niemals sterben müssten. Sie sterben, weil es an Krankentransporten fehlt, an Ärzten, an fehlenden Medikamenten,  an Krankenhäusern, an Mosquitonetzen, an Einkommensmöglichkeiten, an Bildung, an Ignoranz und wegen der Gier anderer Menschen. Sie sterben oder werden zu lebenslänglichen Krüppeln, weil die gesamte Region bis heute noch hochgradig vermint ist. Ich sage heute noch Danke für diese Erfahrung, für die Begegnung mit all diesen Menschen, für die Hand eines Sterbenden, die er in meineHand legte, für all das, was es mich lehrte und was es in mir bewirkte. Je mehr ich gab, je mehr ich teilte, je mehr bewegte ich mich zu mir.  Ich sah Menschen, die in ärmsten Verhältnissen lebten, Witwen, die jeden Tag wieder um das Überleben ihrer eigenen Kinder kämpften und sich dennoch anderer Waisenkinder annahmen, in voller Verantwortung, mit aller Liebe.

In mir kommt gerade der Wunsch nach samtiger Pistazie zum Ausdruck. Zudem erreichte mich eine eilige Depesche, aus der ich erlesen werden, wie es Tonnengold, einem sehr wichtigen Depeschenkurier geht. Einen Kaffee Geduld bitte.kaffeepistazie

Schule ist ein sehr lineares System und auch die Universitäten sind es. Sie sind ausgerichtet auf Wirtschaft und Industrie. Sie zielen auf Vereinheitlichung und Konformität.  Sie machen uns glauben, wir erlangen Qualifikation und können darum auch unser Leben sicher und problemlos leben. Doch das ist nicht wahr! Das menschliche Leben ist nicht linear. Menschliches Leben ist organisch. Menschliches Leben ist nicht genormt. Es ist außergewöhnlich und vielfältig. Aufgrund unserer Sozialisation, unser Bildung und Konditionierung denken wir, bestimmte Fähigkeiten seien wichtiger als andere. Und weil viele Menschen ihre Fähigkeiten nicht kennen, glauben sie, sie haben keine. Das Ergebnis, wir begraben unsere Träume, ohne ihnen auch nur eine einzige Chance zu geben. Die Welt sagt, die Kraft liegt in Statussymbolen. Die Kraft liegt in der Stellung, die du in der Welt hast, in welcher Umgebung du wohnst, die Kraft liegt im Geld, darin, in welcher Art Fahrzeug du fährst. Um uns herum gibt es viele solcher Messlatten und wir sind erzogen worden, uns daran zu messen. Die schreckliche Wahrheit ist, dass viel zu viele Menschen durch jene gesetzten Raster fallen und glauben, es läge an ihnen. Es ist schon eine komische Sache: keiner käme je auf die Idee, jene Raster, jene Messlatten in Frage zu stellen…to be continued…

 

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