Lebe das Leben, von dem du träumst

Lebe das Leben, von dem du träumst

Heute malte ich Bilder. Dieses. Ich öffnete mein letzten Päckchen Cafè Altura, Mexico`s Spitzenkaffee und dachte an den Mönch Faustus Naironus Banesius. Den kennen Sie ja sicherlich.  Foto:mkunze

 

Kennen Sie nicht? Sie kennen nicht Mönch Faustus? Die Entdeckung des Kaffees, so erzählt dieser Mönch, Faustus Naironus Banesius, haben wir Ziegen zu verdanken. Alles spielt sich im Jemen ab. Die Ziegen sprangen aufgebracht umher, meckerten, was das Zeug hielt und gaben auch nachts keine Ruhe. Ihr Hirt mit Namen Kaldi fand damals – also vor langer langer Zeit – heraus, dass sie in den Bergen von Sträuchern gegessen hatten, an denen kleine roten Beeren hingen. Er erzählte den Mönchen des Klosters Chèhodet  davon, die einen Aufguss aus Beeren herstellten. Auch sie konnten darauf hin nicht schlafen. Für die Mönche wurde es fortan ein willkommener Trunk, denn er hielt sie bei nächtlichen Gebeten wach.

Es gibt viele dieser  berühmten Geschichten zur Herkunft und Entdeckung des Kaffees. Auf jeder  offiziellen Kaffeewebseite von Kaffeeproduzenten  und in jedem Kaffeebuch der Buchhandlungen werden sie erwähnt. Sie alle könnten sich tatsächlich zugetragen haben. Und sie lesen sich sehr schön. Aber die Wahrheit ist, wir wissen es nicht. Einige Historiker sind der Ansicht, dass der Kaffee schon zu Zeiten Homers bekannt war und getrunken wurde.  Ja, ja,  genau, der erste Dichter des Abendlandes. Von der Göttin Athene in einen Bettler verwandelt. Quelle der Inspiration für Theaterregisseure, Schriftsteller, Kulturwissenschaftler. Zehn Jahre Irrfahrten des Königs Odyssees von Ithaka an der Seite anderer Könige auf der Heimkehr aus dem Trojanischen Krieg. Weiß man bei Homer nicht wirklich, ob er der Verfasser der berühmten Epen Illias und Odyssee ist, weiß man hingegen bei Kaffee, das Ursprungsland ist Äthiopien. Nicht Arabien, sondern Afrika ist die Wiege des Kaffees, wenn dieser auch erst über Umwege kultiviert zurück nach Afrika reisen sollte.  In Abessinien, im Hochland Äthiopiens existiert Kaffee in aller Vielfalt. Die Bergwäldern der  Provinz Kaffa gelten als Urheimat des Kaffees. Das Königreich Kaffa bestand etwa vom Ende des 14. Jahrhunderts bis zur Eroberung durch den äthiopischen Kaiser Menelik II. Ursprüngliche, wild wachsende Kaffeesträucher in ungeahnter Sortenvielfalt prägen noch heute das Bild im Bergregenwald von Bonga, der Hauptstadt Kaffas. Die kostbaren Bohnen dieses letzten wilden Arabica Kaffees werden von Hand gepflückt. In den Jemen gelangten die Kaffeepflanzen über das Rote Meer. Die Araber waren die ersten, die den Kaffee kultivierten. Er wurde wirtschaftlich interessant. Mokka, die jemenitische Hafenstadt, war der wichtigse Handelsumschlagsplatz. In Mekka und Medina enstanden die ersten Kaffeeschenken. Die ersten Kaffeehäuser in Mekka galten als „Schulen der Weisheit“. Ende des 16. Jahrhunderts beschreiben erstmals Europäer, die den Orient bereisen den Kaffee. Im syrischen Aleppo lernte der Augsburger Arzt Leonhard Rauwolf den Genuss des Kaffees kennen und berichtete 1582 darüber.  Man trinke große Mengen, Arm und Reich mindestens zwei Tassen pro Tag und er gehöre zu den Dingen, die der Mann seiner Frau nicht vorenthalten darf. Ehemänner waren dazu verpflichtet, ihre Frauen mit Kaffee zu versorgen. Taten sie das nicht, galt es als Scheidungsgrund. Mon Dieu. Über Syrien gelangt der Kaffee nach Istanbul. Dort ist er erstmals 1517 erwähnt. Weitere Nachrichten über den Kaffee gelangten durch Prospero Alpino 1592 nach Italien.(siehe hierzu auch Artikel vom 23. Januar2013)

Kostbare Bohnen erreichen Europa

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Und dieses. Kaffee in Deutschland. Es dauerte fast 100 Jahre länger als im restlichen Europa. Frauen entwickelten ein besonderes Verhältnis zum Kaffee. Trinken in der Gemeinschaft war möglich, schadete es dem Ruf nicht. Gäste zum Morgenkaffee wurden eingeladen. Später dann Nachmittag. Die Gastgeberin trug einen Kranz auf dem Kopf, den sie nach dem Essen  an jene Dame weiter reichte, die das nächste „Kaffeekränzchen“ ausrichten sollte. Ich war sechs, als ich dem ersten Kaffeekränzchen –  als kleines Mitbringsel – beizuwohnen hatte. Lauter Damen im Pelzmantel und mit schwerem Schmuck behangen. Niemand erklärte mir damals und  auch nicht in all den weiteren Jahren, woher das Wort „Kaffeekränzchen“ kam. Jetzt weiß ich es.

Papst Leo  XIII beschwor alle, das köstliche Getränk zu kosten, würde ihr Mahl dadurch bis zum Schluss eine große Freude sein. Kaffee schärfte die Sinne. Bis zur Ankunft von Kaffee, trank man in Europa morgens  schon Alkohol, Bier zumeist. Bier war keimfrei, Wasser war es nicht. Schon aus diesem Grund trank man sehr viel Alkohol. Trunksucht zog sich durch alle Gesellschaftsschichten. Kaffee veränderte den Alltag in Europa. Kaffee galt bald als Wein der Denker. Mit Papst Clemens VIII wurde der Kaffee zu einem wahren Christengetränk. Der Weg des Kaffees war damit frei in Europa.Christliche Fanatiker wollten den Kaffee mit einem Kirchenbann belegen. Für sie war Kaffee ein „Getränk des Satans“.  Das erste Kaffeehaus in Europa eröffnete 1554 in Konstantinopel, heute Istanbul. 1647 folgte das berühmte „Café Florian“ in Venedig. Erstaunlich, bevor die Engländer Tee zum Nationalgetränk erklärten, schlürften sie Kaffee.  Nach Venedig folgten Kaffeehäuser in Oxford, London, Marseille. Und auch  Bremen, Hamburg, Wien und Paris eröffneten ihre eigenen Kaffeehäuser. Das erste deutsche Kaffeehaus war das Haus  „Schütting“ 1673 in Bremen. Es folgte eines in Hamburg im Jahr 1679. Friedrich der Große stand mit dem Kaffee auf Kriegsfuß. Er sorgte sich um seine Bierdevisen und verbot Privatleuten darum auch zu rösten oder Kaffee zu besitzen.  Nun wurde erst recht heimlich Kaffee getrunken.  So wurde diese Verordnung 1786 wieder abgeschafft. Lange Zeit war Kaffee ein Genussmittel der Reichen.  Humboldt, Goethe, Bach, sie und viele weitere Berühmtheiten aus vergangenen Zeiten waren große Kaffeetrinker. (siehe hierzu Artikel vom 23.Januar 2013)

Kaffee, die gesunde Lösung?

Wenn Kaffeetrinker kürzer leben, dann tun sie das nicht, weil sie Kaffee trinken, sondern weil sie häufig noch weitere schlechte Gewohnheiten haben, sagt die Wissenschaft. Kaffeetrinker mit viel Kaffeekonsum rauchen auch sehr viel, zumindest tun sie das in vielen wissenschaftlichen Untersuchungen, und wenn dieWissenschaftler das behaupten, dann übertragen wir deren Ergebnisse aus repräsentativen Studien besser  mal im großen Bogen auf die Menschheit. Denn wissenschaftliche Studien sind ja alle präzise repräsentativ und darum empirisch abgesichert. Das weiß doch jedes Kind.

Kaffeetrinker entpuppten sich häufiger als Sportmuffel und als regelmäßigere Alkoholkonsumenten – zusätzlich verschmähten sie eher Obst und Gemüse und aßen häufiger rotes Fleisch – liest man in diesen Studien. Wissenschaftler meinen, er, der Kaffee, schütze wohl eher, als das er schade. Ob er Koffein dabei enthalte, spiele keine Rolle. Und sollten hier und da mancher der Kaffeetrinker länger leben, müsste man – den Studienergebnissen folgend – diesem Menschen sagen: nur weil Kaffeetrinker länger leben, verlängert Kaffee nicht das Leben.  Wissenschaftler jener Studien können leider nicht feststellen, was den  beobachteten Unterschied ausmacht. Äh. Mmh. Das Leben von Wissenschaftlern ist nicht leicht. Verwunderter Blick. Ich lese diesen Absatz auch  gerade noch einmal und fühle mich dabei wie ein Affe, dem man die Banane weggenommen hat.  Mal sehen, ob ich`s begriffen habe. Vielleicht stellen wir uns doch lieber in einen Steinkreis. Lassen es poltern und krachen und rasseln.  Kaffeenichttrinker mit  vielen Softdrink ohne Obst und Kaffeenichttrinker mit Alkohol, gar noch mit einem Messer hinter dem Rücken verbergend, um keine unerwünschte Aufmerksamkeit zu erregen, die die Gelegenheit nutzen Kaffeetrinker früher sterben zu lassen, weil die  sie ärgern.Gut, ich sehe ein, die Optionen sind  schier unbegrenzt. Es scheint wirklich schwierig der Sache auf den Grund zu gehen. Vielleicht verlängert aber auch die reichliche Menge an Flüssigkeit Kaffeetrinkern das Leben, oder vielleicht trinken sie dank des hohen Kaffeekonsums weniger dieser ach so schädlichen Limonadengetränke?

 Darauf einen Kaffee

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Dies hier ist nicht irgendein Kaffee. In dieser Tasse Kaffee wohnt ein besonderer Spirit einer außergewöhnlichen Barista-Thai-Dame des Kaffeehauses Doj, die mir jeden Morgen mit ihren selbstgewählten Formationen Glück und Freude schenkte.

Koffein  ist in den Blättern, Samen und Früchten von über 63 Pflanzenarten zu finden. Eine erkennbare Wirkung auf das Zentralnervensystem stellt sich ab einer Dosis von etwa 150 bis 200 mg ein. In dieser Konzentration beeinflusst das Koffein hauptsächlich den sensorischenTeil der  Hirnrinde. In diesem Fall kommt es zu einer Erhöhung des Gehirntonus, was bedeutet, dass das Konzentrationsvermögen erhöht wird und die Speicherkapazität und die Fixierung erleichtert wird. Die Stimmung kann sich sogar bis zu leichter Euphorie steigern. In der Übergangsphase vom Mittelalter in die frühe Neuzeit sorgte er zunächst einmal für Ernüchterung. Kaffee  löste in Europa die frühmorgendliche Biersuppe ab. Arbeiter in Fabriken waren plötzlich nüchtern – Kaffee wurde zum Verbündeten jeden Unternernehmers. Heute dürfen die Kaffeemaschinen nicht mehr direkt am Schreibtisch stehen. Diese kleinen Mini-Kaffeeküchen haben jetzt ihre eigenen Räume  im Hause von Unternehmen gefunden, aber der Bürokaffee ist von den Schreibtischen dieser Welt sicher nicht mehr wegzudenken.  In Londons Kaffeehäusern konnte jeder seinen Kaffee genießen, der einen Penny Eintritt zahlte – Standesunterschiede waren aufgehoben.  Nur Frauen hielt man zurück. Wahrscheinlich wagten sie sich nicht in die Nähe von Frauen, weil sie die magische Auszehrkraft befürchteten. Na dann, ….

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Eine Tasse Kaffee, 200 mg Koffein bitte. Danke.

Ein wirklich interessanter Fall

Ah, da fällt mir  doch sofort meine Zeit in der Redaktion eines erhabenen Unternehmens über Recht und Unrecht ein. Der Chef hatte Charisma wie ein Stück Torf. Er hielt sich für ein Genie. In seinem Bewußtsein herrschte die gleiche dunkle, gnadenlose Logik wie in jeder Beamtenseele. Man konnte ihn nicht als grausam bezeichnen. Grausame Männer sind dumm. Er verstand es hingegen seinen übertriebenen Ehrgeiz in eine für andere gefährliche Richtung zu lenken. Ihr wißt ja, es gibt viel zu tun, eine Menge zu organisieren – macht mal. Hier ist eine Liste mit Punkten. So etwas haben wir noch nie benötigt. Nun da irrt ihr, ihr habt nur noch nie eine verwendet, widersprach er gönnerhaft und vor Vernunft triefend und blies eine Rauchwolke von sich. Wodurch einige Dinge unglaublich schlecht organisiert blieben. Seine Gier schützte den Laden vor Schaden nicht. Zweifel in ihm – niemals, dann hätte er anfangen müssen nachzudenken. Um im Rang zu bleiben, mußte man diese Art von mentalem Judo beherrschen. Er war zu wichtig. Er war zu beschäftigt. Erst mit dem Kaffeetrinken und Rauchen, vorher mit dem Alkohol. Dann damit, Geld zu verdienen, dann mit dem Blenden, mit dem Hereinlegen, mit dem Täuschen und wichtig zu sein.  Und er hatte alle Hände voll zu tun, die Gegner im eigenen Orden zu bekämpfen. Der Gott des Handelns stand leibhaftig mit rundem Kugelbauch  und vor lauter Angst eingesteiften grauen Rückenwirbeln vor mir. Ich bin ja so hipp und so tot, stand auf seiner Stirn geschrieben. Ich erkenne solche Ausstrahlungskraft auf den ersten Blick. Diese Fähigkeit gehört zu meiner Überlebenskunst.  Da gibt es Regeln, wenn man die nicht einhalten mag, fällt man in den Misthaufen zurück.

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Und auch dieses Bild zeichnete ich gestern, colorierte es mit Photoshop und setzte es in einen Rahmen, den mir dieses wunderbare Programm schenkte.

Naja, ich fiel irgendwann in den Misthaufen zurück. Doch dafür wuchs das  Leben in mir. Ich wurde hungrig nach der Erfüllung meiner Träume, nach den Dingen, die mich inspirierten. Ich wollte die ganze Packung in einer der zynischsten Städte Deutschlands. Ich lernte Lektion 1:  Die Menschen sehen, was sie wollen.  „Tod“ ist der Beginn deiner Reise, nicht das Ende. Räum dir den Weg frei, reise ohne Gewicht, entdecke dein Licht.  Das Leben geschieht immer nur Jetzt.

Ich wollte mich mit leuchtenden Augen sehen. Das Leben in jedem Augenblick in seiner Fülle leben. Ich begriff, es ist unabdingbar zu warten bis der Mond bereit ist. So wartete ich, bis ich genug Licht hatte, um ein Feuer zu entzünden, damit ich wie Phoenix aus der Asche neu entstehen konnte. Ich erforschte zunächst das tausendprozentige erfolgreiche Leben, legte Zeitungen zur Seite, die das Evangelium der Angst predigen – also alle. Kurze Zeit darauf  setzte ich mich in eine steinzeitliche Raumkapsel und machte mich auf – zu mir, zu meinem Weg. Soll mir einer nochmals sagen, es gebe kein Reiseunternehmen, das gratis arbeitet. Aufregende Zeiten kann ich Ihnen sagen.

Irgendetwas formte sich im Innern meines Feuerballs. Schatten gewannen Konturen. Mit einem Mal begegneten mir Ärztinnen, die mit Engeln sprechen. Ich erkannte währenddessen, dass sich bei einer Angst um ihr Herz gewickelt hatte. Ich begriff schon zu Beginn meiner Reise, dass sehr reiche Menschen – also reich an Geld, leider zumeist einzig reich an Geld, ansonsten reichlich arm – nur reich werden,weil sie lernen sollen zu teilen.  Das ist ihre ureigenste Lebensaufgabe.  Dieser ganze Hokus Pokus, sie hätten es sich verdient, ist leeres Gefasel in einer Welt der hellen Lichter, der Technologie, der Reisen, der Gier, der Angst und der Lügen.  Wir erhalten viele Chancen im Leben. Es dauert, so lange es eben dauert. Es wird bei jener Engelsdame noch sehr lange dauern. Wir haben alle eine ganz bestimmte Aufgabe auf dieser Welt zu erfüllen. Jeder hat seinen Seelenauftrag, sie können es auch Ihre Gabe nennen.

Ich begegnete Naturheilkundlern, weisen Frauen, hier und da, immer wieder, egal in welche Richtung der Welt es mich  zog. Ich traf auf eine Meisterin der Quilte, eine textile Kunst, die auf eine sehr, sehr lange Geschichte zurückblickt,weit bis ins 9. Jahrhundert vor Christ Geburt. Deren Muster wurden von Generation zu Generation weitergegeben. Jeder Quilt erzählt seine eigene Geschichte. Ich traf auf zwei wunderbare Kineosologinnen und eine hawaianische Heilerin. Mittendrin brachte ich einen gastronomischen Sommerbetrieb zum Laufen und traf dort auf sehr besondere Menschen. Ich arbeitete hart, hatte Erfolg. Ich saß in einem Bus voller Heilpraktiker und erkannte, auch sie leben nicht das, was sie predigen. Ich lauschte innigst einem Italiener in Mexico, der drei Jahre bei den Schamananen lebte und ich traf auf eine ganz besondere Maya-Frau, Senòra Mildred. Ich saß mit so vielen außergewöhnlichen Menschen in einem Boot und rauschte mit ihnen gemeinsam über den Mekong und mitten hinein die Welt des neuen Wissens. Ich sandte mit ihnen gemeinsam schönste Lichtwünsche in den Himmel. Ich lernte die kleine zauberhafte Zukunftshexe Avita kennen, die mit ihren schokobraunen Augen die Bäume und sämtliche Windgeschwindigkeiten aller fliegenden Hexen im Auge behielt und Wanja, die Perlentaucherin.Tja, die Kinder von heute. Beide leben mit ihrer Mutter, mit der ich jedes Haus mit Nougattüren stürmen würde und ihrem Vater,ein ebenso wunderbarer Mensch,  in Indien.

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Wanja, die Perlentaucherin mit ihrer Mutter rechts im Bild. Die Mutter schubste ihr Kind zur Seite. Ich zog sie wieder ins Bild. Kleine Zauberinnen schubst man nicht weg. Im Oktober, im Oktober sehen wir uns wieder.

Ich hörte auf einer Konferenz die Stimmen von Planeten, den Herzschlag unserer Erde, das Rauschen der Galaxien, das dumpfe Klopfen des Uranus, der Venus und weiß darum auch, dort oben herrscht keine Stille. Ich legte das Überleben eines Indianerfriedhofs als zu respektierende Ruhestätte in die Hände einer Maya-Frau. Und weiß, alles geht seinen Weg. Ich traf auf junge Seelen und alte, wie dem Victor in Cancun und dem Silas in klein L.A.. Ich ritt auf Elefanten und lernte mit ihnen zu sprechen. Ich blickte Kristallschauern in die Herzen und traf auf einen „Drachen machen Sachen“- Mann, der als Johannes mit schönsten Biogasflammen purpurnes Feuer züngelt und Solarzellen auf Dächer zaubert und anderen Menschen damit ein besseres Leben schenkt. Ich lachte auf einer Farm mit Namen „Good Vibration“, in der Pferde ohne Hufe und ohne Sattel durch den Tag neben Esel und Kuh traben dürfen. Ich landete  zuvor zehntausend Kilometer entfernt in einem Weißen Tempel.

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Hannes, habe die Ehre, wenn du mich jemals wieder fotografierst, dann schau doch bitte, ob meine Augen auch geöffnet sind. Liebe Grüße an dieser Stelle nach Österreich.

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Ein Ort voller Magie.

An Ort und Stelle wurde ich im Hexenclub der drei weisesten und lustigsten Hexen aufgenommen, die mir je in unserem Vieluniversum zu Gesicht kamen. Bettina, Dagmar und Marie Theresa. Sie beherrschen eine Magie, die weit über singende Türklingeln hinausgeht  und an der jeder normale Zauberer scheitert.  Sie legen Wert auf Kultur und gaben darum auch dem Universum an der richtigen Stelle einen Tritt. Ich lief  in Klein L.A. mitten in die Arme einer Aromatherapeutin mit besonderem Draht zu Knusperhäuschen und einem Berg an Wissen über Heilöle.  Ich traf dort auf so liebe Menschen, die mich fragten, wie es mir geht. Auf  Menschen,  die sich freuen würden, wenn ich mein Leben weiterhin dort einrichtete.  Sie wissen schon,  diese speziellen Worte, die eine Kraft haben und Leben verändern können. Ich erkannte auch indes , das einzige Wesen, dass genau weiß, welches Ziel es anstrebt, ist Minnie. Der Golden Sirup Hund. Minnie hat ein Gehirn so groß wie ein Kontinent, Augen wie  unauslotbare tiefe Seen und Gedanken gemächlich vorrückend wie eine Schnecke. Sie irren, wenn sie glauben, Minnie führe kein beneidenswertes Leben. Sie vergnügt sich prächtig.

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Sechs furchtsame Gesichter können sie ansehen. Minnie hält sich immer in  einem Zen-ähnlichen Zustand des Annehmens auf.  Sie weiß jede Lage einzuschätzen. Sie ist mein Klein L.A. Sternenhund.

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Und die Dame des Hauses des FirstFlush TeaRooms  in Bonn weiß es auch. Sie ist für mich eine der größten Künstlerinnen dieser Welt. Schauen Sie sich einmal die Augen dieser Unternehmerin an.  Dafür müssen sie natürlich den TeaRoom besuchen, die biete ich Ihnen auf gar keinen Fall hier. Sie strahlen Ruhe und Konzentration aus. Sie tut etwas, was sie von Herzen gerne tut. Sie lebt ihren Traum. Ihre Handlungen sind voller Ausdauer und Geduld. Sie weiß, das sie am richtigen Ort ist und das Richtige tut. Es gibt für sie nichts Schöneres als Atmosphäre, als etwas Schönes zu schaffen. Und das tut sie auf eine herzwärmende Weise. Sie hat ihre Mitarbeiter und die Teepflückerinnen in fernen Ländern dabei  mit im Auge.

Auch dieser Frau durfte ich begegnen. Zurück aus Mexico liess sie mich über eine erstaunliche Frage stolpern: Was ist meine Gabe? Was sind meine Talente? Woran hängt mein Herz? Das, woran mein Herz hänge, meinte sie, sei mein einzigartiger Fingerabdruck. Den habe niemand anderer. Darüber müsse ich mir im Klaren sein.

In dieser Frage schwang ein sanfter Rhythmus, vollendet und schön.  Mir war, als triebe ich schwerelos in einem Salzsee hinaus.

Ähm. Schluck. Ja. Ich. Ähm.  Ich dachte zumindest, dass ich es bis vor wenigen Tagen noch wüsste….Bis vor wenigen Tagen hätte ich mir vorstellen können in Mexico zu arbeiten, um dort Menschen auf  i h r e n Weg zu bringen. Das war der Grund meiner Reise. Projekte aufbauen, die in die Region hinein Wellen schlagen. Nah der Natur, darum auf einer 20 ha großen Farm.Nun, dass sie so groß war, wusste ich bis zur Ankunft nicht. Ich dachte, dies sei der Grund meiner Reise nach Mexico gewesen. Ich hatte hart gearbeitet und war mit dem Herzen dabei. Ich hatte Erfolg. 2013 soll es damit weitergehen. Wie ein Eisbärriese hätte ich vor ihr gestanden, hätte mich die Dame vor meinem Aufenthalt in Mexico gefragt, was meine Gaben sind.  Wie ein Blitz hätte ich geantwortet: Projektmanagement,  Neues aufbauen, zum Laufen bringen, Menschen begeistern, motivieren, auf i h r e n Weg bringen, Herzen öffnen. Ich weiß, ich mache meinen Sachen darin gut.  Schreiben, Marketing. Fundraising.  Doch das Leben lehrte mich deutlich, das es immer auch gut ist, das Leben mit der notwendigen Offenheit und Flexibilität auf sich zukommen zu lassen.  Denn häufig kommt es anders, als man denkt.  Ich wusste, ich muss nach Mexico reisen.  Ich spürte es einfach in mir. Zunächst traf ich auf einen ungeniessbaren deutschen Herrn, der dort im Kolonialstil ältester Zeiten regiert, mit seiner Familie und vielen anderen auf Lebzeiten und drei weitere Leben zerstritten ist, der mir und – wie ich später hörte weiteren 15 Personen –  keine andere Wahl ließ,  als Nein zu sagen zu einer Zusammenarbeit, suchte er eine Ehefrau, ich einen Arbeitsplatz, baute er schon unseren  Beginn auf Lügen auf .  Stattdessen sollte alles ganz anders kommen. Ich traf darum- und nur darum –  auch auf Menschen, mit denen ich Zeit in Yucatan- im Land der Maya- verbrachte. Und so geschah vieles für mich noch heute sehr Bewegendes, völlig Ungeahntes und Phänomenales.  Nicht das Farmprojekt schien der Grund zu sein, ich sollte Victor, dem jungen Mexikaner in Yucatan begegnen.  Der 18-jährige junge Mann mit dem besonderen Draht in andere Sphären, der mir Tage nach unserer ersten Begegnung mitteilte, er kenne mich aus einem vorherigen Leben und mir seine Erinnerungen daran schilderte und noch vieles mehr. Und damit sitze ich hier jetzt in Deutschland.

Heute würde ich der Dame des TeaRooms antworten:  Genau, das was Sie hier machen. Wenn ich das Geld hätte, würde ich einen TeaRoom Zwei, einen TeaRoom ihrer Art aufbauen, weil ich die Idee und das Konzept dahinter einfach nur großartig finde. In jedem Kriegsgebiet so einen TeaRoom und wir kämen dem Frieden näher denn je.

Meine und die ihre Realität sah anders aus:

Sowieso schon verzaubert von diesem Tausendundeins Märchen-Ambiente  des TeaRooms und dieser Frau, die so etwas zustande gebracht hatte, nun auch noch derart intelligente Fragen von ihr gestellt zu bekommen…Ich holte  mein eisernes Pendel und schwang es mehrmals über dem Feuer hin und her.  Natürlich nur gedanklich. 🙂
Was tue ich liebend gern? Diese Frau bringt mich näher an mein Buch, von dem ich seit meiner Kindheit träume. Der  Stoff für ein Buch.

Es gelang mir nicht wirklich, diese meine Gabe konkret in Worte zu fassen, geschweige denn in einen einzigen Satz einzubetten.  Nicht in jener Situation. Wie sollte ich ihr all jenes  Erlebte in ein paar Worten erklären. Mir waren vor wenigen Tagen noch wundersame Dinge geschehen.

Aber so soll es sich anfühlen, wenn man die Quelle in sich selbst gefunden hat: 

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Die Quelle liegt in uns selbst. Lotusblüten. Foto:mkunze

Lektion 2: Finde heraus, was deine Gabe ist. Was macht dich einzigartig. Worin liegen deine Talente? Wir müssen sie nähren, stärken, dann können wir beginnen, sie zu nutzen. Wir müssen sie frei machen, frei von den Zwängen der materiellen Welt. Dann erfüllen sich Lebensträume.

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Lebensträume können wahr werden. Und so sieht es dann in Ihnen und hoffentlich auch ganz bald in mir aus.

Der Kaffee. Ich vergaß den Kaffee.

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