21.12.2012 – Ich halte den Atem an

                 Wenn wir richtig gestimmt sind, wird das Leben magisch.

                                                              Chichen Itza

ist für die Mayan, das, was der Vatikan in Rom für die katholische Kirche ist.

            Chi= Mouth               Chen= Aqua         Itza= Group, water sourceres

das ist die Bedeutung des Namens, den das spirituelle Zentrum der Mayans trägt.

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Die Pyramide des Kukulcàn – das Maya Wort für Quetzalcoatl. Wie Quetzalcoatl erklären? Es ist eine Gottheit mehrerer Kulturen – auch schon der Olmeken, der Tolteken. In Bild wird er  bei den Mayan als gefederte Schlange gezeigt. In der aztekischen Mythologie ist Q. der Gott des Windes, des Himmels. Bei den Tolteken galt der Morgenstern als Q.`s Herz.

Ein Tag des Schöpfers ist ein Ein- und Ausatmen. Wir haben noch 1.2 Milliarden Jahre vor uns bis das Einatmen abgeschlossen ist. Das Jahr 2012 sei genau die Mitte zwischen dem Ein-und Ausatmen – so die Annahme von Theosophen.

Jetzt stehe ich hier inmitten dieses spirituellen Zentrums. Ich halte den Atem an.  Mit dem Faden reiner Energie fühle ich mich sogleich mit diesem Ort verbunden.  Das ist Zauber. Das ist Kultur und Kunst. Das ist glasklare Luft. Das ist ein Ort mächtiger Spiritualität. Das ist ein legendäres Ereignis für mich. Man spürt die Seele, die darin steckt.  Es ist mehr als nur eine 30 Meter hohe Pyramide. Sie wird auch Tempel von Kulkulkàn genannt. In ihr steckt der ältere und kleinere Tempel des roten Jaguars.  Chichen Itza ist eine Stadt, in der in besten Zeiten an die hundertausend Menschen lebten. Es gab einen Marktplatz. Hier findet sich ein enorm großes Spielfeld für die wichtigen Ballspiele der Mayan. Hier findet sich der Tempel des Tanzes, ein Nord- und Süd-Tempel, die Plattform der Venus, der Jaguar-Tempel sowie der Tempel der langen Tische. Der Tempel der Krieger und die Gruppe der tausend Säulen sind beeindruckend anzusehen. Diese Stadt war ebenso umschlossen von einer Mauer. Das ‚gewöhnliche Volk‘ blieb ausgegrenzt. Die Nobility lebte an diesem Ort.

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Der Tempel der Krieger. Im Vordergrund sieht man einen Teil der Gruppe der tausend Säulen

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Das war einst der Marktplatz dieser Stadt..

Warum wurde an diesem Ort eine Stadt aufgebaut? Es waren optimale Bedingungen, die sie vorfanden. Das Land war flach, es gab keine Vulkane und Berge. In nächster Nähe fand sich Kalkstein, mit dem sie ihre Tempel und Häuser bauten. Im Untergrund befanden sich Hunderte von Flüssen. Ihre Stätten bauten sie nah dieser Flüsse. Über Cenoten (Wasserlöcher) verfügten sie über sauberes Wasser.
200 bis 1200 Jahre nach Christi emigrierten die Mayan nach Yucatan – in Fläche lebten sie damals verbreitet auf über dreihunderttausend Quadratkilometer. Die Maya-Region damaliger Zeiten umfassten die heutigen Bundesstaaten Chiapas, Tabasco, Campeche, Quintana Roo und Yucatan, neben den Ländern Guatemalas und das westliche Gebiet von Honduras und El Salvador.

Die ersten Mayan erreichten das Hochland von Chiapas und Guatemala vor 4500 Jahren. 9000 Jahre vor Christi  war das Gebiet bereits von Nicht-Mayan, anderen Jägern bewohnt. Man fand in Northe Belize Steinwerkzeug, die man 10.000 Jahre zurück datieren vermochte.  In Guatemala gibt es Spuren von Steinwerkzeug bis in die Jahre von 8000 bis 2000  BC, also vor Christi. In Yucatan fand man Keramikarbeiten in Höhlen aus 7000 BC (vor Christi) bis hin zu dauerhaften Besiedlung  von Jägern um 2000 vor Christi- die nicht zwangsläufig Maya gewesen sein müssen.
Allein in der Region Yucatan, der Halbinsel Mexicos, bauten sie  nach ihrer Emigration 200 Städte. In der Regel dauerten Kriege bis zu sechs Jahre. Sie zogen weiter, wußten sie ja, wie man Städte baut.

Die Stadt Chichen Itzà kontrollierte den Salzhandel und den Import und Export der Häfen. Sie bestimmten den Handel, der über den Seeweg verlief – von Yucatan über Tabasco bis hin zu Zentralamerika. Demonstriert wurde diese Macht über das Militär.  Die heiligen Cenoten waren in ihrer Vorstellung das Tor zur Welt der Götter.

Die Stadt, wie sie sich uns heute in ihren Überresten zeigt, wurde zwischen 600/800 bis 1200 AD (Anno Domini – also nach der Geburt Christi) erbaut – so nimmt man es an.  Den Baustil jener Tage bezeichnet man als ‚Puuc Style‘. Er wird der späten Klassik zugewiesen,  in Kalenderzeit also 600 bis 900 AD. Er findet sich auch in weiteren Maya-Stätten wie Kabal, Sahil und Uxmal. Uxmal ist eine Maya-Stätte, die dreimal gebaut wurde. Ohne Zweifel die spektakulärste Stadt, in der große Gebäude in auffallender Harmonie Seite an Seite stehen. Die Bezeichnung ‚Puuc’stammt von den Bergen ab, die im Norden von Campeche und im Süden von Yucatan zu finden sind. Typische Symbolik im Puuc-Stil sind Formfiguren, Masken mit langen Nasen, die Chaac, den Gott des Regens repräsentieren, Säulen, geometrische Motive, Itzamnà, den Schöpfergott finden sich häufig an Gebäuden, in konzentrierter Form oberhalb, während die Wände sich unterhalb schlicht und ohne Ornamente zeigen.  Altare, Inschriften auf Stelen sind eher selten in jenem Baustil zu finden. Sie gehören fast ausschließlich in das 9. und 10. Jahrhundert.

Bemalte Wände

Übrigens waren die Gebäude recht farbenfroh gestaltet – heute sieht man davon nichts mehr. Rot und schwarz unterstrichen architektonischen Stuck. In späteren Jahren waren es grün, rot und gelb. Skulpturen auf Stein oder Säulen hatten die unterschiedlichsten Farben – in Chichen Itzà gelb, rot und blau. Man fand Spuren, aber es gibt ganz wenige Beispiele, die mit den Farben überlebten. Farben hatten in der Welt der Mayan einen symbolischen und rituellen Wert.

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Licht spielte eine wichtige Rolle. Es wurde aus vielen Blickwinkeln untersucht, beobachtet. Es existieren Monolithen mit einem Gewicht von 30 Tonnen, über 7 Meter hoch.

Sie bemalten Wände von Gebäuden, Figuren, zeichneten Szenen aus dem Alltagsleben in zweidimensionaler Form. Man versuchte sich auch in dreidimensionalen Abbildungen, um zum Beispiel den Umfang von Körpern darzustellen. Das geschah durch die Anwendung von Pigmenten – aus Erde oder Pflanzen mit unterschiedlichsten Mineralien gemischt – in unterschiedlichster Dichte. In den Farben Rot, Gelb, Blau, Schwarz, in Kombination.  Die Nutzung von brillianten Farben wie Türkis, die sie aus Indigo und Atapulgita Lehm herstellten, sowie die Verwendung von Maya-Blau weisen auf ihre exzellenten technischen Kenntnisse hinsichtlich der Herstellung von Farben, der Nutzung von Lehm, von molekularem Wissen über Pigmente hin. Szenen von Kämpfen und Tempeln finden sich im Tempel der Kriege in Chichen Itzà.  In Tulum zum Beispiel finden sich Zeichnungen die Codices darstellen.

Zeremonien, Gefangene, Kämpfe, Individuelle Mode, Tänzer, Musiker, zweihundert Personen mit unterschiedlichsten Gesichtern, Gesten, Gewändern, Glyphen mit ihren Namen und Titeln – gezeichnet von Künstlern.

Vollzeit Spezialisten – Schriftzeichnungen
Die Mayan nannten die jene Zeichner, die Wörter graphisch darstellten „sabaktah“ oder „tzib“. Die Schrift nannten sie „ahwooh“ und „ah tzib“ . Schreiben war gleich zeichnen in der Welt der Maya. Zunächst auf Papier, aber auch auf Stein, Muscheln, Knochen, Jade, Keramik, Stuck wurden Schriften verewigt. Maya-Schrift war heilig, Schreibende waren zumeist Priester oder Adlige. Den Schlüssel zu dieser Wissenschaft reichte eine kleine Gruppe Priester und Adliger an ihre Söhne weiter. Die ersten gefundenen Schriften reichen zurück auf das 3. Jahrhundert (AD) vor Christi in Tikal. Später dann erreichte es Yucatan. Schrift wurde in Form von  Glyphen geschrieben. Jedes Symbol hatte eine Bedeutung.

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Farbmischtöpfe, die sie für ihre Wandmalereien benutzten. Fotografiert by me im Museum Antropologia Xalapa

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800 Zeichen der Maya-Schrift sind bislang bekannt. Vier erhaltene Codices sind auf der ganzen Welt verteilt. Eine davon befindet sich in der Sächsischen Landesbibliothek in Dresden. Hernandes Cortez soll sie 1519 mit nach Europa gebracht haben.  Das ist der Mann, der eine Kolonie in Mexico aufbauen sollte. 1518 entdeckten die Spanier Mexico. Cortez umsegelte die Halbinsel Yucatan und betrat mexikanischen Boden an der Küste des heutigen Bundesstaates Tabasco, kämpfte mit Indianern. 1519 legte er mit seinem Schiff in Veracruz an und verbrannte es dort.  Zwischenzeitlich hatten die Azteken Veracruz geplündert. Er zog weiter nach heute Mexico-City, damals Tenochtitlan, die Hauptstadt der Azteken. Er besiegte sie mit einer kleinen Truppe  und läutete damit das Ende der großen Herrschaft der Azteken ein(1521).
In Madrid finden sich 56 seitig bemalte Blätter, in denen Bienenzucht, Jagd, Neujahrszeremonien, landwirtschaftliche Themen, Rituale behandelt werden. In Paris finden sich die Katun-Prophezeiungen.

Vieles wurde durch die Spanier vernichtet.  Bishop Diego de Landa schrieb im Juli 1562: „We found a large number of books in these characters and, as they contained nothing in which were not to be seen as superstition and lies of the devil, we burned them all, which they (the Maya) regretted to an amazing degree, and which caused them much affliction.“

Kunst aus Keramik und Stein

Kalligraphie auf Keramik, das Wissen um Brenntechniken. Große Spezialisten waren hier am Werke – nicht nur in Sachen Technik, sondern auch im Feintuning von Symbolik und Kalligraphie. Tassen, Teller, Schalen. In Qualität und Schönheit ähnlich der klassischen griechischen Keramikkunst. Naturalistische, geometrische Figuren, hieroglyphische Texte, Szenen aus der Unterwelt, Ballspiele, Priester, Krieger, adlige Frauen, Portraits von Menschen aus allen sozialen Schichten, realistische Gesichter, Götter, z.B. Itzam-Na, derPatron des Himmels, die Einblicke in das sozial-politische  und religiöse Leben geben.

Jade in allen Farben der Natur: grün, weiss, grau, blau, symbolisierte Schönheit und Leben. Der Stein wurde assoziiert mit der Unterwelt des Wassers, dem Himmel und dem Reich der Götter. Viele Masken wurden aus Jade gearbeitet. Karel, der Filmemacher aus Prag- Farm Good Vibration – legte mir eine dieser Masken aus Jade in meine Hände.

Im Denken der Mayan wurde Raum assoziiert mit gewissen symbolischen Erfahrungen, bei denen Farben einen bedeutsame Rolle spielten.

Westen korrespondierte mit der Farbe Schwarz. Osten mit der Farbe Rot, Norden mit der Farbe Weiss und der Süden mit Gelb.

Hier in Chichen Itzà wird deutlich, mit welcher Präzision die Mayans Baukunst, künstlerische Techniken, Agrarwissenschaftliches, astronomisches Wissen beherrschten.  Bausteine wurden  in unterschiedlicher Größe so exakt platziert, dass es an diesem Ort ein ganz spezielles Echo gibt. Klatscht man beispielsweise auf dem Ballspielplatz in die Hände, hört man einen Klang, der an das Gebrüll eines Jaguars erinnert.

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Das Spielfeld. Nur in Chichen Itzà wurde mit einem Kapitän gespielt. Die Mannschaft, die verlor, verlor auch ihren Kapitän. Er wurde den Göttern geopfert. Der Ball wurde mit der Hüfte geschlagen, nicht mit dem Fuß.

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Ballspiele der Mayan. Durch diesen Ring musste der Ball mit der Hüfte geschlagen werden.

Klatscht man nah der Pyramide hört man einen Klang, der dem des Vogels Quetzal sehr ähnlich ist. Ein Vogel im mittelamerikanischen Raum, der auch von den Azteken als Gottheit verehrt wurde. Ein Vogel, der sich in Gefangenschaft lebt, tötet sich selbst, so heißt es. Für die Mayan gehörte er mit zu den heiligen Vögeln. Golden-grüne Federn waren das Symbol des himmlischen Gottes.

             

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„The voice of God is voiceless. The voice of God is birdsinging.“

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Der Blick zur Pyramide vom enorm großen Ball-Spielfeld aus

Die Kanten der Pyramiden sind leicht abgeschrägt, deren Schatten fallen in einer Weise auf die Stufen, dass dabei der Eindruck entsteht, eine Schlange würde sich die Treppe hinunterwinden. Die nördlichen Seiten enden in zwei Schlangenköpfen. Sie wussten um die Wirkung von Neigungswinkeln im Spiel mit der Sonne.

Geht jemand am oberen Ende der Treppen, erklingen die Schritte für jemanden, der ganz unten am Ende der Treppen steht, wie Regentropfen.  Es begegnet einem so viel an Präzision und konkret darauf Hingearbeitetem, dass man nur noch Demut fühlt und sich ergebungsvoll verneigen möchte.

Sie l e b t e n ihre Religion!

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Jaguar und Schlange

Zwei Tiere nehmen eine wichtige Rolle in ihrer Religion ein: der Jaguar und die Schlange. Warum? Nur diese beiden Tiere konnten in der Vorstellung der Mayan auf allen Ebenen ihrer Welten leben. Im Paradies, auf der Erde und in der Unterwelt. Die Bäume symbolisierten das Paradies. Der Jaguar und die Schlange konnten hinaufklettern.

Bäume waren den Mayan heilig.

Ihre Kronen waren in der Vorstellung der Mayan das Paradies. Insbesondere der Ceiba-Baum, das ist ein Kapokbaum, auch Wollbaum genannt. Sie werden bis zu 70 Meter hoch. Ein mächtiger Baum. Er ist einer der größten Bäume der tropischen Regenwälder, versehen mit pyramidalen Stacheln. Kapok hat eine antibakterielle Wirkung – gut bei Wunderversorgung. Für die Mayan ist er der Weltenbaum (the axis of the world).  Die Wurzeln versorgten in ihrer Vorstellung das Dach der Unterwelt, die Äste durchzogen die Welt der Menschen und ihre Kronen breiteten sich durch den Himmel aus. Für die Azteken stand dieser Baum in Verbindung mit Wichten, die in ihm lebten oder um ihn herum tanzten. (Ist ja fast wie bei Theodor Storm – die Baumtrude).

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Andere Bäume spielten eine ebenso wichtige Rolle im Alltag der Mayan. Sapodilla – ein Breiapfelbaum, der sich übrigens auch in Thailand findet. Die Früchte und das Holz waren von Bedeutung. Das Holz ist so hart, dass viele Bauten über eintausend Jahre auch unter tropischen Verhältnissen erhalten blieben. Die klebrige Flüssigkeit (milky sap) der Frucht ist die Basis für Kaugummi. Mahagony, Cedar, indischer Mandelbaum, Kopalbaum, Feigenbaum, Tamarind, Kakao, der Allspice-Baum, also der Pimentbaum, eine Reihe von Palmarten, die für ihre Dächer wichtig waren.

Menschenopfer

Ich erwähnte bereits in einem der Artikel, dass manche ihrer Menschenopfer arg wenig freundlich auf mich wirken. Sie wurden im Rahmen eines Ritus geköpft, ertränkt, gesteinigt, erhängt, vergiftet, verstümmelt oder erstickt. Historische Beweise aus der Epoche der Postklassik belegen, dass teilweise der Bauch aufgeschlitzt worden ist, um das noch pochende Herz herauszureißen. Die genauen Umstände bei der Menschenopferung werden derzeit noch erforscht. Jedoch ist bereits bekannt, dass unter den Opfern sowohl Gefangene als auch Gemeindemitglieder waren.
Bei den Ballspielen traf es den jeweiligen Kapitän.  Neueste Interpretation der Wissenschaft führt zu Deutungen jener Rituale, dass jene Kapitäne sich hingebungsvoll opferten und sie nicht dazu gezwungen wurden. Götter mussten im Verständnis der Mayan trinken. Blut kam aus dem menschlichen Herzen und war damit das Herz. Zur Wiederholung nochmals: das Blut war für die Mayan Seelensitz und Quelle der Lebenskraft.

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knieender Kapitän, der geopfert wird. Hingebungsvoll soll das geschehen sein, weil sie an ein Leben danach glaubten.

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Kapitäne gab es nur in Chichen Itzà.

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Hier wurde getanzt

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Neugeborenen wurde ein Ball zwischen die Augen gehängt, damit sie den schielenden Blick erhielten – das galt als Zeichen der Schönheit. Ebenso weisen die Schädel darauf hin, dass man Babies bereits die Stirn deformierte, die Stirn und der Hinterkopf  mit einem Brett versehen, die im 6./7. Lebensjahr wieder entfernt wurden. All das, damit die Stirn flach wurde und der Kopf so länger wirkte – Körperkult als Zeichen von Vornehmlichkeit und Adligkeit sowie einem gönnerischen Ausdruck.

Körperkult der Mayas

Zahnschmuck existierte schon bei den Mayan. Individuell und in vielen Farben und Variationen.  Piercing ebenso bei Frauen und Männern.

Der Tag der Toten wird noch heute bei den Mayan Ende Oktober gefeiert. Drei Tage müssen die Häuser sauber sein. Denn wenn sie es nicht sind, muss unerledigte Arbeit von den toten Seelen, die an jenen drei Tagen zur Erde kommen, getätigt werden. Dieses wäre sehr unhöflich den Vorfahren gegenüber. Sie gehen an jenen Tagen auch früh schlafen, um die Ankunft der Ahnen nicht zu stören. Laute Tätigkeiten sind an jenen Tagen ebenso untersagt, will man sie nicht verschrecken.

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Gott des Korns.

Mayan waren exzellente Künstler, Baumeister, Astrologen, Landwirte, Mathematiker.  Sie führten mathematische Systeme ein.  Das Hügelbeet, ein wichtiger Aspekt in der Perma-Kultur, war den Mayan bereits bekannt. All ihr Handeln geschah im Einklang mit der Natur, im Wissen darum, dass alles Harmonie ist und sie Teil der Natur sind.  Wir sind alle eins – das ist ihr Blick auf die Welt, das Universum gewesen. Nie hätten sie versucht, sich über die Natur hinwegzusetzen. Noch heute erkennt man das am Bau ihrer Häuser. Sie wohnen inmitten der Bäume und Büsche, versteckt, mitunter sind ihre der Natur angepassten Häuser/Hütten kaum zu erkennen.

Einfluß der Olmeken

Und hier kommen die Olmeken zum Tragen – wenn die Kultur der Olmeken auch gerne in Mexico wird, sie hatte Einfluß auf die Maya-Kultur. Bereits 1250 (BC) vor Christi waren die Olmeken  organisiert, siedelten sie, wie beispielsweise in San Lorenzo. Viele Fundstücke aus San Lorenz sind im anthropologischen Museum von Xalapa zu bestaunen.  Ich schrieb bereits  in einem anderen Artikel darüber. Olmekische Skulpturen sind auch in typischen Maya-Regionen gefunden worden.

Ausdehnung Maya-Kultur

Zwischen 800 und 400 (BC) vor Christi gab es eine große Ausweitung der Maya-Kultur. Keramik (Momom in Maya) wurde generalisiert,Feuchtgebiete wurden getrocknet, Felder kultiviert. Auch stiegen die Bevölkerungszahlen. Eine andere wichtige kulturelle Errungenschaft bildete sich bei den Mayan aus: das Schreiben.  Die ersten Inschriften, die man den Mayan zuweist, fand man an der Küste von Veracruz und an der Küste Chiapas. 400 vor Christi verschwanden die Olmecen.

Die Mayan observierten die Sonne, kalkulierten Zeit, erkannten, dass das Leben ein Zyklus hat: Tag und Nacht, vier Jahreszeiten. Sie richteten ihre landwirtschaftlichen Aktivitäten nach dem Regen aus. Der Regen war in Gestalt des Gottes Chaac heilig. Gott Chaac hatte eine lange Nase.Sie bauten ihre Tempel wie Sterne. Sie hatten spezielle Regenablaufkanäle gebaut.

Die Treppenstufen der Pyramide an Zahl sind exakt 365. Die Zeitrechnung der Mayan sah  360 Tage plus 5 Tage für Zeremonien vor. Mit der Pyramide wurden Mond-und Sonnenjahre berechnet. Die letzten Sonnenstrahlen eines Tages landen exakt auf der Spitze der Pyramide.

LIVE DABEI  AM 21.12.2012

Von der UNESCO wurde Chichen Itzà zum siebten Weltwunder erklärt.

An gewöhnlichen Tagen reisen zwei Busse täglich an, heute sind es mehr als zehn Busse. Ein wahnsinniger Ansturm.Und doch gab es Tage mit noch höherer Zahl von Besuchern. Die höchste liegt bei einer Besucherzahl von 450.000 Menschen! Morgens um 5 Uhr warten mitunter 3000  Besucher auf die Öffnung der Tore.

Baktun No. 12

Am 21.12.2012 zeigt die Polizei Präsenz. Zeremonien jeglicher Art sind strikt verboten, heißt es. Am 21.12.2012 beginnt für die Mayan ein neuer Abschnitt für die Menschen. Mit dem 20.12.2012 endet ein Baktun (144.000 Tage). 7000 Tage=20 Jahre dauert ein Maya-Leben, dann beginnt ein Baktun. Am 20.12.2012 endete ein Baktun, erklärt uns Carlos, unser Maya-Reiseleiter. Die Fahrt startete in Cancun. Mit im Bus Urlauber aus Kolumbien sowie aus weiteren Bundesstaaten Mexicos. Ich bin die einzige Europäerin in diesem Bus. Teresa, Tina, Victor, Angel und Juan sind schon längst in Chichen Itzà. Da ihr Bus bereits ausgebucht war, fahre ich mit einer anderen Gruppe. Eben mit dieser. Ganz wunderbare Erfahrung für mich. Carlos selbst ist Mayan und weiß Interessantes zu berichten. So gelange ich auch an mein Geburtsdatum in Original Maya-Schrift auf Original Maya-Papier. Die Mayan waren die ersten, die mit der Zahl Null kreierten und gebrauchten!

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drei Symbole repräsentieren Zahlen. der Punkt für 1,der Balken für 5, stilisierte Muschelform als 0. Mehr als 5 war mit einem Balken und bis zu 9 Punkten über ihm versehen. 10= 2 Balken. Dazu wurde Geburtsdaten, Jahreszahlen in Form von Leveln dargestellt.

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‚El Caracol‘ (die Schlange) in Chichen Itzà, astronomisches Observatory der Mayan. Spiralförmige Treppe führt zum Oberservatorium, ein schmaler Raum, von dem die Sterne beobachtet wurden. DasUnglaubliche hierbei: 800n.Chr. erbaut, ist es der beste Beweis für die astronomischen Kenntnisse der Priester. Die Stufen der Treppe sind exakt auf 27.5. Grad Nord-West positioniert, fast exakt mit der nördlichsten Position der Venus. Die nordöstlichen und südwestlichen Ecken matchen sich mit der Sommersonnenwende (Sonnenaufgang) und der Wintersonnenwende (Sonnenuntergang)

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Kulkulkan als Venus

 Die Venus hatte eine außeordentliche Bedeutung für die mayanische Gesellschaft. Der Planet war für sie ein Kriegsgott und der Zwilling der Sonne.

                                                           21.12.2012
So wurde dieser glanzvolle Tag IN CHICHEN ITZÀ begangen:

Ich bin hier – am 21.12.2012 darf ich in Chichen Itzà, im spirituellen Zentrum der Mayan, ein-und ausatmen, staunen, glücklich sein, teilhaben, lernen, mich berühren lassen, fühlen, hören, riechen, Bilder einer glanzvollen Zeit auf mich wirken lassen.

Ich verbringe diesen Tag an einem der aufregendsten Orte der Welt.

Wenige Minuten nach Betreten der Maya-Stätte kommen die Sonnenstrahlen durch.

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Gruppen klatschten, beteten, richteten ihre Hände zur Pyramide aus

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andere hielten den Globus in ihren Händen und meldeten S.O.S.

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es wurde gesungen, meditiert und geklatscht

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Thai Chi in Mexico

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Ein Mayan erklärt Besuchern die Historie von Chichen Itzà. In Statue sind Mayan klein.

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Was für eine schöne und ausdrucksstarke Frau.

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Das kann nur das Team von Prof. Hurtak und seiner Ehefrau (Akademie Future Science) sein. Am nächsten Tag erfuhr ich auf der Konferenz in Cancun (zwei Stunden Fahrt zu Chichen Itzà) von ihnen, dass sie auf der Pyramide waren. Sie darf eigentlich nicht mehr begangen werden.  Das Ehepaar schlief übrigens auch im Hotel Krystal. Good Vibrations also auch im Hotel.

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Tempel der Warrior. Tempel der Krieger.

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In der Stadt Piste (15 Minuten von Chichen Itzà entfernt) wird eine Pyramide unter Polizeiaufgebot nachgebaut. Maya-Schriftzeichen zur Ehren des 21.12.2012 aufgestellt.

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Das Tor der Maya – ein Monument errichtet in Playa del Carmen, Karibisches Meer, in Ehrerbietung des Maya-Kalenders und des speziellen Datums 21.12.2012.

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Maya-Ortschaft heute

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trraditionelle Kleidung der Maya-Frauen

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Handycraft – Maya-Kalender

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Kunst im Handycraft-Shop auf dem Weg zur Maya-Stätte

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