Von den blauen Bergen kommen wir

Von den blauen Bergen kommen wir

Und dieser geschriebene Artikel ist jetzt im Nichts verschwunden. Ein deutliches Zeichen.  Es soll nicht  über Blue Mountain Kaffee Jamaicas berichtet werden. Es soll nicht aufgezeigt werden, worin sich Mexicos Kaffeeanbau und der Kaffeeanbau in den Bergen im Norden von Jamaica ähneln und auch nicht ähneln.

In aller Kürze: Jamaica Bohnen

Auch auf Jamaica ist das Anbaugebiet von hoher Luftfeuchtigkeit umgeben. Auch hier erlebt man -wie in Mexico- an einem Tag die Jahreszeiten eines ganzen Jahres.

Auch hier wachsen die Kaffeepflanzen in einer Höhe zwischen 900 und 1700 Metern . Was 1700 Meter…ich dachte, der gute Kaffee Höhencafè würde bei gut 1200 Meter aufhören…In beiden Ländern reifen die Pflanzen langsam. Die Kirschen werden per Hand gepflückt sowohl in Mexico als auch auf Jamaica. Alles Spitzenqualität. Jamaica limitiert die  jährliche Pflückleistung auf bloß tausend Tonnen. Darüber ist mir in Mexico nichts bekannt. In beiden Ländern wird bis zu sechsmal abgeerntet Immer wieder – so alle drei Wochen – werden die roten Kirschen geerntet.

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Offizielle Qualitätskontrollen, bei dem die Kaffeekirschen in ein Becken mit Wasser gekippt werden, habe ich in Mexio nicht erlebt.  IAuf Jamaica wird das sehr ernst genommen. Alle Kirschen, die oben schwimmen, sind von minderer Qualität und werden aussortiert oder man verweigert sogar die Annahme und die Bauern müssen nachsortieren.

In beiden Ländern sind die Kaffeepflanzen von Bananenstauden umgeben. Aus gutem Grund, sie sichern den fruchtbaren Boden, der sonst bei Regen wegschwemmen würde. Dazu bieten sie Sonnenschutz vor zu viel Sonne.

Jede Pflanze gibt ungefähr 1 Kilogramm grüne Bohnen.

Die Trocknung erfordert extremen Einsatz auf Jamaica. Dort findet sie auf sogenannten Barbecue-Flächen statt. Sie werden in der Sonne getrocknet, alle 15 Minuten gekämmt und nachts und bei Regen mit Folie abgedeckt.

In Mexico werden sie gewissen Trocknungsmaschinen, per Heißluft  auf Restfeuchte herunter getrocknet, bevor die Pulpa entfernt wird. Es soll die schonendere Variante sein. Geheizt wird  in beiden Ländern mit den Pergamenthäutchen, der Schutzhaut der Kaffeebohnen. Sie werden geschält, das geschieht in verschiedenen Noppentrommeln, entsteint und maschinell nach Größe und Dichte sortiert. Nachgelesen wird immer manuell.

Was die Vulkane in Mexico bedeuten, sind die Hurricane für die Jamaikaner. Jedes Jahr wieder. Auch vor den Kaffeepflanzen machen diese Unwetter nicht halt. Erdrutsche, Flickenteppiche sind der Alltag.

In Japan erzielt der Blue Mountain Kaffee Spitzenpreise bis zu 15 Dollar pro Tasse. Diese Welt wird immer verrückter. Er wird von Branchenfremden als der beste Kaffee der Welt deklariert. Nun, das behaupten auch die Kaffeebauern- und röster in Mexico.  Die Farmer jener Region setzen auf großes Marketing, darin unterscheidetnes sich sicherlich von Mexico`s Farmern, jedenfalls von denen, die ich kennenlernen durfte.

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In diesen für die Blue Mountain Region tyischen 29 Kilo Barrels wird Kaffee auf Jamaica transportiert. Es gibt sie auch als 70 Kilo Fässer oder in kleineren Varianten von 15 Kilo.

Kaffeebauer verdienen pro gepflücktem Kilo auf Jamaica mehr als anderswo sonst Kaffeebauern an Geld erhalten. Es gibt 25000 Kleinbauern mit nicht mehr als einem halben Hektar. Der Rest liegt in den Händen großer Farmbesitzer.

Jedes der Fässer ist handgefertigt. Die verwendeten Hölzer sind aus China und Kanada importiert. Holz aus Jamaica entfällt, da Kaffee sehr schnell die Aromen aufnehmen und die heimischen Sorten nicht neutral genug sind. Darum sollte er auch nie geöffnet im Schrank oder gar im Kühlschrank stehen.

An dieser Stelle sei nochmals ausdrücklich auf Nescafè hingewiesen, dessen Kaffee sich aus dem Abfall jener Kirschernten zusammensetzt. Der Kaffee wird darum auch  braun eingefärbt, damit wir Kunden das Gefühl erhalten, Kaffee zu trinken. In Mexico weiß man darum.

Ich sah die faulen, schwarzen Abfallkirschen, ich kann Ihnen/Euch versichern, daraus kann nichts Gutes entstehen. Da kann sich ein hier ortansässiger Röster noch so viel Mühe geben, wenn die Qualität der Bohnen nicht stimmt, nützt auch kein perfektes Rösten etwas.

Marley

foto: flickr.com/photos/popculturegeek (CC-Lizenz)
Reggae-Legenden-Sohn Rohan Marley baut in den Blue Mountains Kaffee an.

Wie schmeckt Blue Mountain Kaffee?

Harmonisch, dezente Säure, Süße und Schoko-Nuss-Aroma.

Für den Blue Mountain Kaffee gilt, trotz starker Marke, Exklusivität und hoher Qualität ist der Erfolg wegen der deutlichen Abhängigkeit von Japan (90 Prozent des Gesamtexports) bedroht. Bekommt Japan einen Schnupfen, dann hat Jamaica eine Lungenentzündung.

Mexico`s kennt kein starkes Marketing. Durch das noch recht junge Handelsabkommen ist es den Farmern  aber jetzt auch   auf dem europäischen Markt Fuß zu fassen und sich so breiter aufzustellen. Angel, der mexikanische Kaffeeproduzent hat einen Kunden in Frankreich. Er ist der einzige Kaffeeproduzent, der dazu noch einen Kaffeelikör 100 Prozent aus der Kaffeebohne gewohnen wird, also auch den Alkoholanteil. Probiert habe ich ihn nicht, aber die Flasche sah ganz vorzüglich schick aus.

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