Lagunenstadt Cancun und viel historisch Interessantes

mexiko

einst ein kleines Fischerdorf, heute gibt es dort leider auch den ‚Ballermann‘ für junge Amerikaner, weißpulvrige Sandstrände, türkisfarbenes Meer

Wann hörte ich den Namen dieser Stadt schon einmal?

In den deutschen Nachrichten. Na klar. UN-Klimakonferenz, vor wenigen Jahren, genau, die fand dort statt. Das berühmte Kyoto-Protokoll. Man wollte ein rechtliches Nachfolgeprogramm dessen und kam doch nur wieder bis zu einer Verlängerung des Kyoto-Protokolls. Und ein Koreaner hat sich während der Weltkonferenz aus Protest selbst getötet.  Im Jahr 2005 wurde die Stadt vom Hurrican Wilma fast völlig zerstört. Hurrican-Gefahr besteht ab dem Monat September, heißt es. Seit den 60er Jahren ist die Lagunenstadt als Urlaubsreiseziel entdeckt.

imagesKrystal Hotel

Sie liegt im Nordosten der Insel und war einst ein kleines Fischerdorf. Dort beginnt die Rivera Maya.  Ich hoffe nicht, dass ich im ‚Ballermann’ amerikanischer Schüler lande. Die Stadt Playa de Carmen gehört zum Gebiet Tulum – dort wird es wohl  nur so von Touristen wimmeln.

Allein mit dem Leihwagen würde ich diese Fahrt von Xalapa Richtung Cancun nicht machen. Jede Menge Militärkontrollen auf den Straßen, die Beschilderungen sind dazu denkbar schlecht in Mexiko – als Ausländer wirklich schwierig mitunter, GPS funktioniert in vielen Gegenden erst gar nicht. Im November wurde erst die mexikanische Schönheitskönigin erschossen, gerade mal 22 Jahre alt – das Drogenkartell schlug zu.

…tz tz tz…und jetzt ist schon 16 Uhr bei Euch und ich geniesse den Morgen. Dieser Artikel wurde von meiner nächtlichen Müdigkeit unterbrochen, aber jetzt geht es weiter

Xalapa und Indianerwelten

Gegen 12 Uhr fahre ich in die Stadt, Bustour ins Land der Maya klären, danach geht es ins anthropologische Museum. Bin gespannt, was sich dort alles entdecken lässt.  Es ist das zweitgrößte Mexikos. Schwerpunkt: Olmekenkultur. Es hat die umfangreichste Sammlung archäologischer Fundstücke des Landes. Der Besucher folgt dem Ariadnefaden durch die verschiedenen Kulturen des Golf von Mexiko.  Von den Olmeken bis zu den Huaxteken.  Ich begebe mich also mitten in die Indianerwelt hinein.  Olmeken gelten als die älteste amerikanische Hochkultur.  Mitten im Urwald entstand eine Hochkultur.

Es ist  hochspannend hier. Ich werde mich noch mehr einlesen. Das ist alles so, so unglaublich interessant.

Man vermutet, daß die Olmeken die Schöpfer der Haupterfindungen des vorkolumbianischen Mesoamerikas waren. Sie hatten beispielsweise eine Schrift, die viel Ähnlichkeit mit der späteren Hieroglyphenschrift der Maya und Azteken hat. Olmekische Figuren repräsentieren möglicherweise Gottheiten, die noch bei der Ankunft der Spanier verehrt wurden, wie Xipe Totec (der Gott des Frühlings) oder der Totengott Quetzalcoatl -der begegnete mir in einem Buch bereits auf der Ranch Good Vibration. Der Name „Olmeken“ stammt aus dem Nahuatl, der Sprache der Azteken. Das hieß „Bewohner von Olmán“ oder „das Volk des Kautschuklandes“.

                                                                      Mexikos älteste Zivilisation

olmeken

Historische Karte ausgeliehen aus dem Weltatlas. Danke Weltatlas.

Also ich befinde mich im Zentrum der Indianerwelt. Dem Land der Olmeken, der ältesten amerikanischen Hochkultur!

 

Gestern traf ich in Xalapa erstmalig auf einen jungen Mexikaner, der prima Englisch bzw. Amerikanisch spricht. Er lebte ein Jahr in Chicago, erzählte er mir, darum spreche er sie gut. Nicht mal Senora Dottore spricht Englisch. Paco ebenfalls an der Uni gewesen, und zwar an der renommiertesten des Landes Mexiko, der Universität Veracruz hier in Xalapaga, spricht kein Wort, auch wenn sie behaupten, sie sprechen.  Ich saß also zur Lunch-Zeit, die beginnt hier um 14 Uhr,  in einer kleinen Taverne am Mercado de Sauces und löffelte cremige Broccolisuppe als Vorspeise, aß Fisch mit Reis und Salat, trank Melonenwasser und gönnte mir anschließend noch einen fantastischen Kaffee. Der Kaffee schmeckt hier wirklich exzellent. Ja, ihr Lieben, ich weiß, Kaffee ist immer auch eine Hardrock für die Leber, mi non interesse, er schmeckt und heizt meine Gedanken an! Wann trinkt man schon mal Kaffee aus 1000 Meter Höhe in good old Germany.

Im dichten, wirklich dichten Nebel, fuhr ich Richtung Le Pitaya zurück. Der Berg des Nebels wurde seinem Namen gerecht. Die Autos drängten sich dicht bei dicht durch die Straßen. Das tun sie zu allen Tageszeiten. Mir scheint hier explodiert der Verkehr bald.  Xalapa scheint ebenso ein Epizentrum der Gastronomie zu sein. In den kleinen unscheinbaren Tavernen kann man ganz wunderbar essen. Zumeist spielt vor dem Lokal ein von Armut gezeichneter Mexikaner auf seiner Gitarre und singt wunderbare Lieder.  Die Menschen sind überaus hilfsbereit und allemal nett.
Xalapa war  einst wichtiger Handelspunkt während der Kolonialzeit und Bindeglied zwischen Karibik, Neu-Spanien und Europa.  Es liegt im mittleren Hochland.  Nach Mexiko sind es von hier 350 Kilometer. Nach Veracruz mit dem Bus zwei Stunden, mit dem Auto gut eine Stunde. Fährt man auf der Autobahn muss man Straßengebühren bezahlen. Der Bundesstaat Veracruz zieht sich an der 1000 Kilometer an der Golfküste Mexikos entlang bis hinein in die Sierra Nevada.

Mehr als 7 Millionen Menschen leben in diesem Bundesstaat Veracruz. Der Pico de Orizaba (Foto von der Farm ‚Good Vibration‘ aus) ist übrigens der höchste Berg Mexikos. Nicht die Stadt Veracruz, sondern Xalapa Enriquez (vollständige Name der Stadt) ist die Hauptstadt dieses Bundesstaates! An die 600.000 Menschen leben in ihr. Regiert durch den Gouverneur, dessen Haus 24 Stunden von der Polizei bewacht wird, darum durchfährt man von der Rancho Alemania  Richtung Coatepec immer eine Sperre auf der Hauptstraße. Sandsäcke sind aufgebaut, halbe Reifen liegen mitten auf der Straße, alle Polizisten sind bis auf die Augen vermummt und schwerst bewaffnet. Nur zur Lunch-Zeit siehst du mal ein Gesicht der Herren, sie essen selbst dort. Die kennen mich schon und wir winken uns immer zu.

Xalapa – ja, mein Eindruck bleibt. Diese Stadt wird in den Reiseberichten schöner  und interessanter beschrieben, als sie es ist oder anders gesagt, als sie mir  zumindest erscheint. Man findet sicher Erinnerungen aus alten Tagen der Kolonialzeit, hier und da wunderschönes Holzmöbel, interessante Balkone, auf denen man mexikanische Männer mit Cowboyhüten sitzen sieht, während sie ihr Essen geniessen. Es gibt sehr viele kleine Gassen, die man auf 3 Meter hohen Fußwegen abspazieren kann.  Man schaut als Fußgänger in den Viertel der zweiten Reihe immer über die Dächer parkender Autos,  mein Eindruck ist aber auch,  viele, wirklich sehr viele Häuser sind wahrlich in keinem guten Zustand, da kann auch die bunte Farbe nicht drüber hinwegtäuschen. Es gibt eine ganz schmale Gasse, in der befinden sich an die zehn kunsthandwerkliche Stände und viel Gastronomie. Dort sollte man allerdings auch gut auf seine Sachen aufpassen. Wenn ich da an Thailand denke, ist das ein Mini-Angebot an Markt. Ansonsten stolpert man sicherlich über Geschäfte, die Schals, Brillen, Handy`s, Uhren etc. anbieten – Billigware. Kulturell bietet Xalapa ganz sicher ein wunderbares Potpourri an Konzerten, Theateraufführungen, und nicht vergessen, das Sinfonieorchester. Und ganz sicher ist der Besuch im anthropologischen Museum ein Highlight.

Museum

Anthropologische Museum in Xalapa. Auf diesen Besuch freue ich mich schon.

Ich werde Euch später erzählen, was mir dort so alles begegnete. Aktuelle Zeit in Xalapa: 10.36 Uhr

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